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COMT-Genetik (Catechol-O-Methyltransferase): der Weg im Körper

COMT-Genetik (Catechol-O-Methyltransferase) ist Teil des Weges „Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin“. Diese Seite zeigt den ganzen Weg; die Station von COMT-Genetik (Catechol-O-Methyltransferase) ist hervorgehoben.

Hier steht dieser Laborwert: COMT — Enzym, Gen mit Val158Met. Die Catechol-O-Methyltransferase hängt eine Methylgruppe von SAM an Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und deren Abbaustufen. Im Gen COMT wird vor allem die Variante Val158Met untersucht; ihre Met-Form ist bei Körperwärme weniger stabil. Quelle 7, 10

Kurz erklärt

Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin sind Katecholamine, die aus den Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin entstehen. Sie übertragen Signale im Nervensystem; Adrenalin wirkt zusätzlich als Hormon aus dem Nebennierenmark. Sie wirken auf Herz, Gefäße und Blutzucker.

13 Stationen · 11 Quellen
ORYBildungAbbauCOMTSAMCOMTSAMMAOPAHBH4EisenTyrosin-HydroxylaseBH4EisenAADCVitamin B6 (PLP)Dopamin-β-HydroxylaseVitamin CKupferPNMTSAMADH, ALDHNAD⁺Abbau durch MAOAbbau durch MAOAbbau durch COMTCarbidopaPhenylalaninAminosäureTyrosinAminosäureL-DOPAVorstufeDopaminBotenstoffNoradrenalinBotenstoff und HormonAdrenalinHormon des NebennierenmarksDOPACDihydroxyphenylessigsäureHomovanillinsäureEndprodukt von DopaminDHPGDihydroxyphenylglycolMHPGMethoxyhydroxyphenylglycolVanillinmandelsäureEndproduktMetanephrineNormetanephrin, MetanephrinCOMTEnzym, Gen mit Val158Met

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Der Weg Schritt für Schritt

An jeder Station steht, was der Stoff dort tut. Drei Zeichen: ↑ liefert — baut auf oder stellt bereit · ↓ zehrt — hemmt, verbraucht oder entzieht · ↕ beides, je nach Menge. Dahinter steht, worauf die Aussage beruht: gesicherte Physiologie, in Studien beobachtet oder umstritten. Die Zeichen bewerten nicht; sie benennen die Richtung.

  1. Phenylalanin → Tyrosin PAH · BH4, Eisen Die Phenylalanin-Hydroxylase (PAH) hängt eine OH-Gruppe an Phenylalanin; so entsteht Tyrosin. Das Enzym braucht Eisen und den Cofaktor Tetrahydrobiopterin (BH4). Sein Vorrat speist den nächsten, langsamsten Schritt. Quelle 2, 3, 1↑ liefert Tyrosin ist das Substrat der Tyrosin-Hydroxylase. Weil dieser Schritt das Tempo bestimmt, entscheidet meist das Enzym, nicht der Tyrosin-Vorrat, wie viel Katecholamin entsteht. gesicherte Physiologie Quelle 1
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Mehr Tyrosin bringt nicht beliebig mehr Dopamin: Die Tyrosin-Hydroxylase ist meist schon mit Tyrosin gesättigt, und in Laborversuchen hemmen hohe Tyrosin-Mengen das Enzym sogar.

    zu wenig — Ist wenig Tyrosin da und arbeitet auch die PAH langsam, erhält die Tyrosin-Hydroxylase weniger Substrat; der erste Schritt zu den Katecholaminen verlangsamt sich.

    in Studien beobachtet · Quelle 1, 2

  2. Tyrosin → L-DOPA Tyrosin-Hydroxylase · BH4, Eisen Die Tyrosin-Hydroxylase macht aus Tyrosin L-DOPA; auch sie braucht Eisen und BH4. Dieser Schritt ist der langsamste des Weges – hier regelt die Zelle, wie viel gebildet wird. Dopamin und Noradrenalin bremsen diesen Schritt rückwirkend. Quelle 1, 3↑ liefert Die Tyrosin-Hydroxylase ist die Stellschraube des Weges: Dopamin und Noradrenalin bremsen sie rückwirkend, Phosphorylierung bei Nervenaktivität löst die Bremse. L-DOPA wird von der AADC meist sofort weiterverarbeitet. gesicherte Physiologie Quelle 1, 3
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Entsteht mehr L-DOPA, baut die AADC es rasch zu Dopamin um; das Enzym kommt im Körper weit verbreitet vor und arbeitet auch außerhalb des Gehirns, wie die Fachinformation zu Carbidopa beschreibt.

    zu wenig — Ist wenig BH4 oder Eisen da, kommt die Tyrosin-Hydroxylase nicht nach; dann entsteht weniger L-DOPA und in der Folge weniger Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin.

    gesicherte Physiologie · Quelle 1, 3, 4, 8

  3. L-DOPA → Dopamin AADC · Vitamin B6 (PLP) Das Enzym AADC (Decarboxylase) entfernt aus L-DOPA eine Carboxylgruppe; so entsteht Dopamin. Es braucht dafür Pyridoxalphosphat, die aktive Form von Vitamin B6. Es wirkt als Botenstoff und ist zugleich Vorstufe von Noradrenalin. Quelle 4, 1↕ beides, je nach Menge Dopamin ist Botenstoff und Vorstufe zugleich: In Bläschen gespeichert, wird es freigesetzt oder zu Noradrenalin umgebaut. Zugleich bremst es die Tyrosin-Hydroxylase, also die eigene Bildung. gesicherte Physiologie Quelle 1, 7
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Staut sich Dopamin in der Zelle außerhalb der Bläschen, baut MAO es ab; dabei entstehen ein reaktiver Aldehyd und Wasserstoffperoxid. Zugleich hemmt mehr Dopamin die Tyrosin-Hydroxylase stärker.

    zu wenig — Entsteht wenig Dopamin, fällt seine Bremse auf die Tyrosin-Hydroxylase schwächer aus, und für Noradrenalin steht weniger Vorstufe bereit.

    gesicherte Physiologie · Quelle 7, 1

  4. Dopamin → Noradrenalin Dopamin-β-Hydroxylase · Vitamin C, Kupfer In Speicherbläschen (Vesikeln) hängt die Dopamin-β-Hydroxylase eine OH-Gruppe an Dopamin. Das kupferhaltige Enzym nutzt Vitamin C (Ascorbat) als Elektronenspender. Es lässt das Herz kräftiger schlagen und Blutgefäße enger werden. Quelle 1, 5↑ liefert Noradrenalin ist der Botenstoff der sympathischen Nerven: An Adrenozeptoren von Herz und Blutgefäßen lässt es das Herz kräftiger schlagen und Gefäße enger werden. Den Großteil nehmen die Nervenzellen wieder auf. gesicherte Physiologie Quelle 7
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Wird viel Noradrenalin freigesetzt, nehmen die Nervenzellen das meiste wieder auf und bauen es über MAO zu DHPG ab; was ins Blut übertritt, verstärkt die Wirkung an Herz und Gefäßen.

    zu wenig — Ist wenig Vitamin C oder Kupfer da, arbeitet die Dopamin-β-Hydroxylase langsamer; dann bleibt mehr Dopamin in den Bläschen, und weniger Noradrenalin steht bereit.

    gesicherte Physiologie · Quelle 7, 5, 1

  5. Noradrenalin → Adrenalin PNMT · SAM Im Nebennierenmark überträgt die PNMT eine Methylgruppe von SAM (S-Adenosylmethionin) auf Noradrenalin. Die Bildung dieses Enzyms wird vor allem durch Cortisol reguliert. Im Blut beschleunigt es den Herzschlag und hebt den Blutzucker. Quelle 6, 1↑ liefert Adrenalin gelangt aus dem Nebennierenmark ins Blut und wirkt als Stresshormon: Es beschleunigt den Herzschlag, setzt Glukose aus den Glykogenspeichern der Leber frei und hebt so den Blutzucker. gesicherte Physiologie Quelle 6, 7
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Wird viel Adrenalin ausgeschüttet, schlägt das Herz schneller und der Blutzucker steigt; COMT im Nebennierenmark baut einen Teil schon vor der Freisetzung zu Metanephrin ab.

    zu wenig — Ist wenig SAM da oder wenig Cortisol, das die Bildung der PNMT anregt, entsteht weniger Adrenalin; mehr Noradrenalin verlässt dann das Nebennierenmark unverändert.

    gesicherte Physiologie · Quelle 6, 7

  6. DOPAC → Homovanillinsäure COMT · SAM Das Enzym COMT (Catechol-O-Methyltransferase) hängt eine Methylgruppe an DOPAC. So entsteht Homovanillinsäure, die mit dem Urin ausgeschieden wird. Damit endet die Wirkung des Dopamins. Quelle 7↓ zehrt Homovanillinsäure ist das Endprodukt des Dopamin-Abbaus und hat keine Botenstoff-Wirkung mehr. Mit ihrer Bildung verlässt Dopamin endgültig den Kreislauf und wird über die Nieren ausgeschieden. gesicherte Physiologie Quelle 7
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Wird mehr Dopamin gebildet und abgebaut, entsteht mehr Homovanillinsäure; ihre Menge folgt dem Umsatz, nicht der Menge Dopamin, die gerade wirkt.

    zu wenig — Wird COMT gebremst oder ist wenig SAM da, bleibt mehr DOPAC übrig, und weniger Homovanillinsäure entsteht.

    gesicherte Physiologie · Quelle 7, 9

  7. DHPG → MHPG COMT · SAM Außerhalb der Nervenzellen hängt COMT eine Methylgruppe an DHPG. So entsteht MHPG. Es hat keine Botenstoff-Wirkung mehr. Quelle 7↓ zehrt MHPG ist eine Zwischenstufe ohne Botenstoff-Wirkung. Es gelangt ins Blut und wird größtenteils in der Leber zu Vanillinmandelsäure weiterverarbeitet. gesicherte Physiologie Quelle 7
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Wird mehr Noradrenalin abgebaut, entsteht mehr MHPG, und in der Leber fällt mehr Vanillinmandelsäure an.

    zu wenig — Wird COMT gebremst oder ist wenig SAM da, bleibt mehr DHPG übrig, und weniger MHPG entsteht.

    gesicherte Physiologie · Quelle 7, 9

  8. MHPG → Vanillinmandelsäure ADH, ALDH · NAD⁺ In der Leber bauen Alkohol- und Aldehyd-Dehydrogenasen MHPG zu Vanillinmandelsäure um. Auch die Metanephrine münden über MAO in diesen Stoff. Über sie verlassen die Katecholamine den Körper. Quelle 7↓ zehrt Vanillinmandelsäure ist das Endprodukt von Noradrenalin und Adrenalin und wirkt nicht mehr als Botenstoff. Über sie verlassen die Katecholamine den Körper mit dem Urin. gesicherte Physiologie Quelle 7
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Werden mehr Noradrenalin und Adrenalin umgesetzt, entsteht mehr Vanillinmandelsäure; ihre Menge folgt dem Gesamtumsatz, nicht der Menge, die gerade wirkt.

    zu wenig — Arbeiten die Dehydrogenasen der Leber langsamer oder ist wenig NAD⁺ da, entsteht weniger Vanillinmandelsäure, und mehr MHPG bleibt unverändert.

    gesicherte Physiologie · Quelle 7

  9. Metanephrine → Vanillinmandelsäure MAO In der Leber bauen Alkohol- und Aldehyd-Dehydrogenasen MHPG zu Vanillinmandelsäure um. Auch die Metanephrine münden über MAO in diesen Stoff. Über sie verlassen die Katecholamine den Körper. Quelle 7↓ zehrt Vanillinmandelsäure ist das Endprodukt von Noradrenalin und Adrenalin und wirkt nicht mehr als Botenstoff. Über sie verlassen die Katecholamine den Körper mit dem Urin. gesicherte Physiologie Quelle 7
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Werden mehr Noradrenalin und Adrenalin umgesetzt, entsteht mehr Vanillinmandelsäure; ihre Menge folgt dem Gesamtumsatz, nicht der Menge, die gerade wirkt.

    zu wenig — Arbeiten die Dehydrogenasen der Leber langsamer oder ist wenig NAD⁺ da, entsteht weniger Vanillinmandelsäure, und mehr MHPG bleibt unverändert.

    gesicherte Physiologie · Quelle 7

Weitere Stationen

Cofaktoren dieses Weges

Was auf diesen Weg einwirkt

Quellen

  1. Daubner SC, Le T, Wang S. Tyrosine hydroxylase and regulation of dopamine synthesis. Arch Biochem Biophys 2011 · PubMed 21176768
  2. Flydal MI, Martinez A. Phenylalanine hydroxylase: function, structure, and regulation. IUBMB Life 2013 · PubMed 23457044
  3. Werner ER, Blau N, Thöny B. Tetrahydrobiopterin: biochemistry and pathophysiology. Biochem J 2011 · PubMed 21867484
  4. Paiardini A, Giardina G, Rossignoli G et al. New Insights Emerging from Recent Investigations on Human Group II Pyridoxal 5'-Phosphate Decarboxylases. Curr Med Chem 2017 · PubMed 27881066
  5. Prigge ST, Mains RE, Eipper BA et al. New insights into copper monooxygenases and peptide amidation: structure, mechanism and function. Cell Mol Life Sci 2000 · PubMed 11028916
  6. Wong DL. Epinephrine biosynthesis: hormonal and neural control during stress. Cell Mol Neurobiol 2006 · PubMed 16645894
  7. Eisenhofer G, Kopin IJ, Goldstein DS. Catecholamine metabolism: a contemporary view with implications for physiology and medicine. Pharmacol Rev 2004 · PubMed 15317907
  8. US-Fachinformation Sinemet (Carbidopa/Levodopa, DailyMed), Abschnitt Clinical Pharmacology, Pharmacodynamics · Fachinformation
  9. Ma Z, Liu H, Wu B. Structure-based drug design of catechol-O-methyltransferase inhibitors for CNS disorders. Br J Clin Pharmacol 2014 · PubMed 23713800
  10. Chen J, Lipska BK, Halim N et al. Functional analysis of genetic variation in catechol-O-methyltransferase (COMT): effects on mRNA, protein, and enzyme activity in postmortem human brain. Am J Hum Genet 2004 · PubMed 15457404
  11. Witte AV, Flöel A. Effects of COMT polymorphisms on brain function and behavior in health and disease. Brain Res Bull 2012 · PubMed 22138198

Ganzer Weg: Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin

Verwandte Wege

Stand 2026-09-16. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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