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TPH2-Genetik (Tryptophanhydroxylase 2): der Weg im Körper

TPH2-Genetik (Tryptophanhydroxylase 2) ist Teil des Weges „Serotonin und Melatonin“. Diese Seite zeigt den ganzen Weg; die Station von TPH2-Genetik (Tryptophanhydroxylase 2) ist hervorgehoben.

Hier steht dieser Laborwert: 5-Hydroxytryptophan — kurz 5-HTP. Die Tryptophan-Hydroxylase hängt eine OH-Gruppe an Tryptophan. Das Enzym trägt Eisen und braucht Tetrahydrobiopterin (BH4) und Sauerstoff. Es gibt zwei Formen: TPH1 im Darm, TPH2 in Nervenzellen. Dieser Schritt ist der langsamste des Weges. Er setzt das Tempo. Quelle 1, 7

Kurz erklärt

Serotonin und Melatonin sind Botenstoffe, die der Körper aus der Aminosäure Tryptophan bildet. Serotonin entsteht in der Darmschleimhaut und in Nervenzellen, Melatonin nachts in der Zirbeldrüse. Nur ein kleiner Teil des Tryptophans nimmt diesen Weg. Licht bremst das Melatonin.

14 Stationen · 11 Quellen
ORYBildungAbzweige und AbbauSulfotransferaseSERTTPH1, TPH2BH4EisenAADCVitamin B6 (PLP)AANATAcetyl-CoAASMTSAMAbzweig ins KynureninAbbau durch MAOAbbau in der LeberAbzweig zu IndolSpeicher im BlutWirkung an RezeptorenEntzündungssignaleKonkurrenz am TransportLicht am AugeTryptophanAminosäure aus der Nahrung5-Hydroxytryptophankurz 5-HTPSerotonin5-HydroxytryptaminN-Acetylserotoninin der ZirbeldrüseMelatoninBotenstoff der NachtKynurenin-Wegzweiter Weg des Tryptophans5-HIAA5-Hydroxyindolessigsäure6-Hydroxymelatoninin der Leber6-SulfatoxymelatoninAusscheidung mit dem UrinIndol-Wegdurch DarmbakterienSerotonin im BlutSpeicher in BlutplättchenMelatonin-RezeptorenMT1 und MT25-HT-RezeptorenBindestellenWiederaufnahmeTransporter SERT

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Der Weg Schritt für Schritt

An jeder Station steht, was der Stoff dort tut. Drei Zeichen: ↑ liefert — baut auf oder stellt bereit · ↓ zehrt — hemmt, verbraucht oder entzieht · ↕ beides, je nach Menge. Dahinter steht, worauf die Aussage beruht: gesicherte Physiologie, in Studien beobachtet oder umstritten. Die Zeichen bewerten nicht; sie benennen die Richtung.

  1. Tryptophan → 5-Hydroxytryptophan TPH1, TPH2 · BH4, Eisen Die Tryptophan-Hydroxylase hängt eine OH-Gruppe an Tryptophan. Das Enzym trägt Eisen und braucht Tetrahydrobiopterin (BH4) und Sauerstoff. Es gibt zwei Formen: TPH1 im Darm, TPH2 in Nervenzellen. Dieser Schritt ist der langsamste des Weges. Er setzt das Tempo. Quelle 1, 7↑ liefert 5-HTP ist die Vorstufe, die nur noch einen Schritt vom Serotonin entfernt ist. Weil die Tryptophan-Hydroxylase langsam arbeitet und BH4, Eisen und Sauerstoff braucht, bestimmt dieser Schritt, wie viel Serotonin überhaupt entstehen kann. gesicherte Physiologie Quelle 1, 7
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Entsteht mehr 5-HTP, baut die AADC es rasch weiter zu Serotonin um; angehäuft wird es kaum, weil der Folgeschritt schneller läuft als dieser.

    zu wenig — Ist wenig BH4 da, arbeitet die Tryptophan-Hydroxylase langsamer, und es entsteht weniger 5-HTP; dasselbe BH4 brauchen auch die Hydroxylase für Dopamin und die Bildung von Stickstoffmonoxid.

    gesicherte Physiologie · Quelle 1, 2, 7

  2. 5-Hydroxytryptophan → Serotonin AADC · Vitamin B6 (PLP) Das Enzym AADC entfernt aus 5-HTP eine Carboxylgruppe; es nutzt dabei Pyridoxalphosphat, die aktive Form von Vitamin B6. Serotonin entsteht getrennt an zwei Orten: in den enterochromaffinen Zellen der Darmschleimhaut und in Nervenzellen des Gehirns. Quelle 2, 3↕ beides, je nach Menge Serotonin ist Botenstoff an vielen Orten: Im Darm regt es die Bewegung der Darmwand an, an Gefäßen verengt oder weitet es sie, im Gehirn überträgt es Signale zwischen Nervenzellen. Je nach Rezeptor regt dieselbe Menge an oder dämpft. gesicherte Physiologie Quelle 3, 11
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Staut sich Serotonin im Spalt zwischen den Zellen, werden mehr Rezeptoren länger besetzt; die Monoaminoxidase baut dann vermehrt ab, und mehr 5-HIAA erscheint im Urin.

    zu wenig — Ist wenig Serotonin da, werden die 5-HT-Rezeptoren seltener besetzt, und in der Zirbeldrüse steht weniger Ausgangsstoff für Melatonin bereit.

    gesicherte Physiologie · Quelle 11, 6

  3. Serotonin → N-Acetylserotonin AANAT · Acetyl-CoA In der Zirbeldrüse hängt das Enzym AANAT nachts eine Acetylgruppe an Serotonin. Die Menge dieses Enzyms folgt dem Tag-Nacht-Rhythmus. Licht bremst AANAT; so wird Melatonin zum Zeitsignal der Nacht. Quelle 4↑ liefert N-Acetylserotonin ist die direkte Vorstufe des Melatonins. Weil AANAT nachts stark gebildet und bei Licht rasch abgebaut wird, legt dieser Schritt fest, wann Melatonin entsteht. gesicherte Physiologie Quelle 4
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Läuft AANAT nachts in Dunkelheit voll, entsteht viel N-Acetylserotonin; die ASMT setzt es zu Melatonin um, und der nächtliche Anstieg fällt hoch aus.

    zu wenig — Fällt nachts Licht auf die Netzhaut, wird AANAT gebremst; dann entsteht wenig N-Acetylserotonin, und der nächtliche Anstieg des Melatonins fällt kleiner aus.

    gesicherte Physiologie · Quelle 4

  4. N-Acetylserotonin → Melatonin ASMT · SAM Das Enzym ASMT überträgt eine Methylgruppe von SAM auf N-Acetylserotonin. Melatonin verlässt die Zirbeldrüse und verteilt sich über das Blut im Körper. Sein Anstieg im Blut ist das Zeitsignal der Nacht. Quelle 4↑ liefert Melatonin ist das Zeitsignal der Nacht: Sein Spiegel im Blut steigt mit der Dunkelheit und fällt am Morgen. Über MT1 und MT2 meldet es der inneren Uhr und vielen Geweben, dass Nacht ist, und senkt die Körpertemperatur leicht. gesicherte Physiologie Quelle 4
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Ist tagsüber viel Melatonin im Blut, kommt das Nachtsignal zur falschen Zeit an; die innere Uhr verschiebt sich dann, je nach Zeitpunkt nach vorn oder nach hinten.

    zu wenig — Fällt der nächtliche Anstieg klein aus, etwa bei Licht in der Nacht, erhält die innere Uhr ein schwächeres Nachtsignal, und der Tag-Nacht-Rhythmus der Gewebe wird weniger klar abgestimmt.

    gesicherte Physiologie · Quelle 4

  5. Melatonin → Melatonin-Rezeptoren Melatonin bindet an die Rezeptoren MT1 und MT2. Sie sitzen unter anderem im Nucleus suprachiasmaticus, der inneren Uhr im Gehirn, und an Gefäßen und weiteren Geweben. Über sie erreicht das Nachtsignal die innere Uhr. Quelle 4↑ liefert Über MT1 und MT2 wirkt Melatonin als Nachtsignal: An der inneren Uhr dämpft MT1 die Nervenzellen, MT2 verschiebt den Takt der Uhr; an Gefäßen verengen oder weiten sie je nach Typ. gesicherte Physiologie Quelle 4
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Werden die Rezeptoren zur falschen Tageszeit stark besetzt, verschiebt MT2 die innere Uhr; je nach Zeitpunkt läuft sie dann früher oder später.

    zu wenig — Werden die Rezeptoren nachts wenig besetzt, bleibt das Signal an die innere Uhr schwach, und die Nervenzellen dort werden weniger gedämpft.

    gesicherte Physiologie · Quelle 4

  6. 6-Hydroxymelatonin → 6-Sulfatoxymelatonin Sulfotransferase Eine Sulfotransferase hängt eine Sulfatgruppe an 6-Hydroxymelatonin. In dieser wasserlöslichen Form verlässt der Stoff den Körper über den Urin. Die Menge spiegelt die nächtliche Melatonin-Bildung wider. Quelle 4↓ zehrt Die Sulfatgruppe macht das Abbauprodukt wasserlöslich, sodass die Niere es ausscheiden kann. Die Menge im Urin über eine Nacht spiegelt wider, wie viel Melatonin in dieser Zeit gebildet wurde. gesicherte Physiologie Quelle 4
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Wurde nachts viel Melatonin gebildet, erscheint am Morgen auch viel 6-Sulfatoxymelatonin im Urin; der Stoff selbst wirkt nicht mehr als Zeitsignal.

    zu wenig — Wurde nachts wenig Melatonin gebildet, etwa bei Licht in der Nacht, findet sich am Morgen weniger 6-Sulfatoxymelatonin im Urin.

    gesicherte Physiologie · Quelle 4

  7. 5-HT-Rezeptoren → Wiederaufnahme SERT Der Transporter SERT holt Serotonin aus dem Spalt zwischen den Zellen zurück ins Innere. Damit endet das Signal; dasselbe Eiweiß bringt Serotonin auch in die Blutplättchen. Je schneller SERT arbeitet, desto kürzer wirkt Serotonin. Quelle 11↓ zehrt SERT beendet das Serotonin-Signal, indem er den Botenstoff aus dem Spalt zurückholt; in der Zelle wird er wiederverwendet oder von der MAO abgebaut. Je schneller SERT arbeitet, desto kürzer wirkt Serotonin an den Rezeptoren. gesicherte Physiologie Quelle 11
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Arbeitet SERT schneller, wird Serotonin rascher aus dem Spalt geräumt, und die Rezeptoren werden kürzer besetzt.

    zu wenig — Wird SERT gehemmt, bleibt Serotonin länger im Spalt und besetzt die Rezeptoren länger; die Blutplättchen nehmen dann weniger Serotonin auf.

    gesicherte Physiologie · Quelle 11, 3

Weitere Stationen

Cofaktoren dieses Weges

Was auf diesen Weg einwirkt

Quellen

  1. Roberts KM, Fitzpatrick PF. Mechanisms of tryptophan and tyrosine hydroxylase. IUBMB Life 2013 · PubMed 23441081
  2. Paiardini A, Giardina G, Rossignoli G et al. New Insights Emerging from Recent Investigations on Human Group II Pyridoxal 5'-Phosphate Decarboxylases. Curr Med Chem 2017 · PubMed 27881066
  3. Jones LA, Sun EW, Martin AM et al. The ever-changing roles of serotonin. Int J Biochem Cell Biol 2020 · PubMed 32479926
  4. Claustrat B, Leston J. Melatonin: Physiological effects in humans. Neurochirurgie 2015 · PubMed 25908646
  5. Badawy AA. Kynurenine Pathway of Tryptophan Metabolism: Regulatory and Functional Aspects. Int J Tryptophan Res 2017 · PubMed 28469468
  6. Edmondson DE, Binda C. Monoamine Oxidases. Subcell Biochem 2018 · PubMed 29464559
  7. Werner ER, Blau N, Thöny B. Tetrahydrobiopterin: biochemistry and pathophysiology. Biochem J 2011 · PubMed 21867484
  8. Agus A, Planchais J, Sokol H. Gut Microbiota Regulation of Tryptophan Metabolism in Health and Disease. Cell Host Microbe 2018 · PubMed 29902437
  9. Munn DH, Mellor AL. Indoleamine 2,3 dioxygenase and metabolic control of immune responses. Trends Immunol 2013 · PubMed 23103127
  10. Fernstrom JD. Large neutral amino acids: dietary effects on brain neurochemistry and function. Amino Acids 2013 · PubMed 22677921
  11. Berger M, Gray JA, Roth BL. The expanded biology of serotonin. Annu Rev Med 2009 · PubMed 19630576

Ganzer Weg: Serotonin und Melatonin

Verwandte Wege

Stand 2026-10-01. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen. Am 01.10.2026 um Entzündung, Transport, Licht, den Indol-Weg, den Blutspeicher, die Melatonin-Rezeptoren sowie die 5-HT-Rezeptoren und die Wiederaufnahme erweitert.
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