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S-Adenosylmethionin (SAM): der Weg im Körper

S-Adenosylmethionin (SAM) ist Teil des Weges „Methylierung: Methionin und Homocystein“. Diese Seite zeigt den ganzen Weg; die Station von S-Adenosylmethionin (SAM) ist hervorgehoben.

Hier steht dieser Laborwert: SAM — S-Adenosylmethionin. Das Enzym MAT verbindet Methionin mit ATP zu S-Adenosylmethionin. SAM ist der Stoff, von dem die Zelle Methylgruppen abnimmt – kleine Kohlenstoffbausteine. SAM ist so der zentrale Methylgruppenspender und hemmt zugleich die MTHFR. Quelle 7, 1

Kurz erklärt

Methionin und Homocystein sind schwefelhaltige Aminosäuren eines Kreislaufs, der Methylgruppen bereitstellt. Aus Methionin entsteht SAM, das Methylgruppen an DNA, Eiweiße und Botenstoffe abgibt; mit Folat und Vitamin B12 wird Homocystein wieder zu Methionin. SAH bremst den Kreis.

11 Stationen · 9 Quellen
ORYMethylgruppen-AbgabeWege des HomocysteinsMethionin-SynthaseVitamin B12MATATPMagnesiumMethyltransferasenMTHFRVitamin B2 (FAD)NADPHCBSVitamin B6 (PLP)SerinCystathionin-γ-LyaseVitamin B6 (PLP)GCL und GSGlutamat, GlycinATPSAH-Hydrolase spaltet Adenosin abMethioninAminosäure aus der NahrungSAMS-AdenosylmethioninSAHS-Adenosylhomocystein5,10-Methylen-THFFolat-Form5-Methyl-THFMethylgruppen-TrägerHomocysteinAminosäure ohne MethylMethionin erneuertRückweg im KreisCystathioninZwischenstufeCysteinschwefelhaltige AminosäureGlutathionaus drei AminosäurenBetainaus Cholin, Trimethylglycin

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Der Weg Schritt für Schritt

An jeder Station steht, was der Stoff dort tut. Drei Zeichen: ↑ liefert — baut auf oder stellt bereit · ↓ zehrt — hemmt, verbraucht oder entzieht · ↕ beides, je nach Menge. Dahinter steht, worauf die Aussage beruht: gesicherte Physiologie, in Studien beobachtet oder umstritten. Die Zeichen bewerten nicht; sie benennen die Richtung.

  1. Methionin → SAM MAT · ATP, Magnesium Das Enzym MAT verbindet Methionin mit ATP zu S-Adenosylmethionin. SAM ist der Stoff, von dem die Zelle Methylgruppen abnimmt – kleine Kohlenstoffbausteine. SAM ist so der zentrale Methylgruppenspender und hemmt zugleich die MTHFR. Quelle 7, 1↑ liefert SAM ist der wichtigste Methylgruppenspender der Zelle: Methyltransferasen übertragen seine Methylgruppe auf DNA, Eiweiße, Fette und Botenstoffe. Zugleich steuert SAM den Kreis: Es hemmt die MTHFR und regt die CBS an. gesicherte Physiologie Quelle 7, 1
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Staut sich SAM, hemmt es die MTHFR und regt die CBS an: Weniger Homocystein wird zurückgeführt, mehr geht zu Cystein. In der Leber nimmt die Glycin-N-Methyltransferase überschüssiges SAM ab.

    zu wenig — Ist wenig SAM da, stehen den Methyltransferasen weniger Methylgruppen zur Verfügung; die Bremse an der MTHFR lockert sich, und der Rückweg von Homocystein zu Methionin läuft stärker.

    gesicherte Physiologie · Quelle 1, 7

  2. SAM → SAH Methyltransferasen Methyltransferasen übertragen die Methylgruppe von SAM auf DNA, Eiweiße und Botenstoffe. Übrig bleibt S-Adenosylhomocystein. Staut sich SAH, hemmt es die Methyltransferasen. Quelle 1, 3↓ zehrt SAH bindet an die Methyltransferasen und hemmt sie; das Verhältnis von SAM zu SAH bestimmt mit, wie viel methyliert wird. Die SAH-Hydrolase hält SAH niedrig, indem sie es in Homocystein und Adenosin spaltet. gesicherte Physiologie Quelle 1, 7
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Staut sich SAH, hemmt es viele Methyltransferasen zugleich, und die Methylierung von DNA, Eiweißen und Botenstoffen läuft langsamer. Weil die Spaltung umkehrbar ist, steigt SAH mit, wenn sich Homocystein staut.

    zu wenig — Ist wenig SAH da, bremst es die Methyltransferasen kaum; wie viel methyliert wird, hängt dann vor allem vom Vorrat an SAM ab.

    gesicherte Physiologie · Quelle 1, 7

  3. 5,10-Methylen-THF → 5-Methyl-THF MTHFR · Vitamin B2 (FAD), NADPH Die MTHFR baut 5,10-Methylen-THF zu 5-Methyl-THF um. Die häufige Genvariante C677T führt zu einem weniger stabilen Enzym, das langsamer arbeitet. SAM hemmt die MTHFR und drosselt so den Nachschub. Quelle 4, 2↑ liefert 5-Methyl-THF gibt seine Methylgruppe über die Methionin-Synthase an Homocystein ab. Nur auf diesem Weg kehrt diese Folatform in den übrigen Folatkreislauf zurück. gesicherte Physiologie Quelle 2, 4
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Staut sich 5-Methyl-THF, weil die Methionin-Synthase ohne Vitamin B12 nicht weiterarbeitet, bleibt Folat in dieser Form gebunden und steht den anderen Folatwegen nicht zur Verfügung (Methylfalle).

    zu wenig — Ist wenig 5-Methyl-THF da, etwa weil die MTHFR langsamer arbeitet, erhält die Methionin-Synthase weniger Methylgruppen, und Homocystein wird langsamer zu Methionin zurückgeführt.

    gesicherte Physiologie · Quelle 2, 4

  4. Homocystein → Methionin erneuert Methionin-Synthase · Vitamin B12 Die Methionin-Synthase überträgt die Methylgruppe von 5-Methyl-THF auf Homocystein. Vitamin B12 ist dabei der Cofaktor; so schließt sich der Kreis. In der Leber gibt es einen zweiten Rückweg über Betain. Quelle 2↑ liefert Die Rückführung spart Methionin: Dieselben Schwefelatome durchlaufen den Kreis mehrfach. Neben der Methionin-Synthase gibt es in der Leber einen zweiten Rückweg über die BHMT, die die Methylgruppe von Betain nimmt. gesicherte Physiologie Quelle 2, 1
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Läuft die Rückführung reichlich, steigt SAM; SAM hemmt dann die MTHFR und regt die CBS an, sodass mehr Homocystein den Weg zu Cystein nimmt.

    zu wenig — Ist wenig Vitamin B12 oder 5-Methyl-THF da, kommt die Methionin-Synthase nicht nach; Homocystein staut sich, und in der Leber übernimmt der Betain-Weg einen Teil der Rückführung.

    gesicherte Physiologie · Quelle 1, 2

  5. Homocystein → Cystathionin CBS · Vitamin B6 (PLP), Serin Der zweite Weg heißt Transsulfurierung. Die Cystathionin-β-Synthase verbindet Homocystein mit Serin; sie arbeitet mit Pyridoxalphosphat, der aktiven Form von Vitamin B6. SAM regt die CBS an. Quelle 5↑ liefert Die Bildung von Cystathionin ist der Schritt ohne Rückweg: Was die CBS mit Serin verbindet, ist dem Methylkreislauf entzogen und geht in Richtung Cystein. SAM regt die CBS an. gesicherte Physiologie Quelle 5, 1
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Staut sich Cystathionin, weil die Cystathionin-γ-Lyase nicht nachkommt, entsteht daraus weniger Cystein, und die Bausteine bleiben in der Zwischenstufe gebunden.

    zu wenig — Ist wenig Vitamin B6 da, arbeitet die CBS langsamer: Weniger Homocystein geht in den Weg zu Cystein und Glutathion, mehr bleibt im Kreis oder staut sich.

    gesicherte Physiologie · Quelle 5

  6. Cystathionin → Cystein Cystathionin-γ-Lyase · Vitamin B6 (PLP) Die Cystathionin-γ-Lyase spaltet Cystathionin; dabei entsteht Cystein. Auch dieses Enzym nutzt Pyridoxalphosphat. Ist wenig B6 da, entsteht Cystein langsamer. Quelle 5↑ liefert Cystein liefert den Schwefel für Glutathion und Eiweiße; in der Zelle ist es meist der knappste Baustein für Glutathion. Die Cystathionin-γ-Lyase bildet aus Cystein außerdem den Signalstoff Schwefelwasserstoff. gesicherte Physiologie Quelle 6, 5
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Kommt viel Cystein an, bildet die Zelle mehr Glutathion, bis Glutathion selbst die GCL bremst; mehr Cystein bringt dann kaum mehr Glutathion.

    zu wenig — Ist wenig Cystein da, bildet die GCL weniger Glutathion, weil Cystein der knappste Baustein ist. Ist wenig B6 da, läuft der Weg aus Homocystein zu Cystein langsamer.

    gesicherte Physiologie · Quelle 6, 5

  7. Cystein → Glutathion GCL und GS · Glutamat, Glycin, ATP Zwei Enzyme verknüpfen Cystein mit Glutamat und Glycin zu Glutathion, dem häufigsten schwefelhaltigen Molekül der Zelle. Jeder Schritt verbraucht ATP. Es fängt reaktive Sauerstoffverbindungen ab. Quelle 6↑ liefert Glutathion fängt reaktive Sauerstoffverbindungen ab, hält Schwefelgruppen in Eiweißen reduziert und bindet Fremdstoffe für die Ausscheidung. Dabei wird es oxidiert und mit NADPH zurückgewonnen. gesicherte Physiologie Quelle 6
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Ist reichlich Glutathion da, hemmt es die GCL und bremst so seine eigene Bildung; der Vorrat pendelt sich ein.

    zu wenig — Ist wenig Glutathion da, bleiben reaktive Sauerstoffverbindungen länger bestehen, und Fremdstoffe werden langsamer gebunden; die Hemmung der GCL lässt nach, und die Zelle bildet nach, soweit Cystein da ist.

    gesicherte Physiologie · Quelle 6

Weitere Stationen

Cofaktoren dieses Weges

Quellen

  1. Selhub J. Homocysteine metabolism. Annu Rev Nutr 1999 · PubMed 10448523
  2. Froese DS, Fowler B et al. Vitamin B12, folate, and the methionine remethylation cycle — biochemistry, pathways, and regulation. J Inherit Metab Dis 2019 · PubMed 30693532
  3. Ducker GS, Rabinowitz JD. One-Carbon Metabolism in Health and Disease. Cell Metab 2017 · PubMed 27641100
  4. Blomgren LKM, Guo S, Froese DS. 5,10-Methylenetetrahydrofolate Reductase — the Key Allosteric Regulator in One-Carbon Metabolism. Biochemistry 2026 · PubMed 41758688
  5. Sbodio JI, Snyder SH, Paul BD. Regulators of the transsulfuration pathway. Br J Pharmacol 2019 · PubMed 30007014
  6. Lu SC. Glutathione synthesis. Biochim Biophys Acta 2013 · PubMed 22995213
  7. Lu SC. S-Adenosylmethionine. Int J Biochem Cell Biol 2000 · PubMed 10762064
  8. Ueland PM. Choline and betaine in health and disease. J Inherit Metab Dis 2011 · PubMed 20446114
  9. Craig SA. Betaine in human nutrition. Am J Clin Nutr 2004 · PubMed 15321791

Ganzer Weg: Methylierung: Methionin und Homocystein

Verwandte Wege

Stand 2026-09-16. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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