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Amlodipin: der Weg im Körper

Amlodipin ist Teil des Weges „Amlodipin“. Diese Seite zeigt den ganzen Weg; die Station von Amlodipin ist hervorgehoben.

Hier steht dieser Laborwert: Amlodipin — Tablette zum Schlucken. Amlodipin wird als Tablette geschluckt. Es gehört zu den Dihydropyridinen und ist bereits die Form, die am Kanal ansetzt; im Körper muss nichts erst abgespalten werden. Es hemmt den Calcium-Einstrom in die Gefäßmuskulatur. Quelle 8

Kurz erklärt

Amlodipin ist ein Dihydropyridin. Es legt sich in eine Nische des spannungsabhängigen Calcium-Kanals vom L-Typ und lässt weniger Calcium in die Gefäßmuskelzelle einströmen. Der Kanal ist eine Tür, kein Vorrat. So erschlafft die Gefäßmuskulatur, und das Gefäß weitet sich.

Worum es geht

Die glatte Muskulatur der Gefäßwand spannt sich über eine kurze Kette von Schritten:

Amlodipin legt sich in eine Nische des L-Typ-Kanals und lässt weniger Calcium durch. Damit fällt der Anstieg im Zellinneren kleiner aus, und der Schritt über Calcium-Calmodulin wird seltener ausgelöst. Am Bestand des Körpers an Calcium ändert das nichts: Die Fachinformation hält ausdrücklich fest, dass der Calciumwert im Serum von Amlodipin unberührt bleibt. Der Kanal ist eine Tür, kein Vorrat.

Was das im Einzelfall bedeutet, hängt von vielen Dingen ab und gehört in ein Gespräch mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Heilpraktikerin.

Quelle 2, 3, 4, 5, 6, 8

12 Stationen · 9 Quellen
ORYWeg des WirkstoffsIn der GefäßmuskelzelleIP3-RezeptorSpannungssensorL-Typ-KanalCalmodulinMLCKMg-ATPlegt sich in die Nischelässt weniger Calcium durchnimmt Phosphat abAmlodipinTablette zum SchluckenLangsame AufnahmeHöchstwert erst nach StundenGeladen im Körperbindet und löst sich langsamAusscheidungUmbau in der LeberIn der Nische am Kanalseitlich, nicht in der PoreSpannung an der Zellwandvon Kalium-Kanälen gestelltL-Typ-KanalTor für Calcium von außenCalcium in der Zellekurzer Anstieg als SignalCalcium-CalmodulinPaar aus Ion und EiweißPhosphat am Myosinleichte Kette des MyosinsSpeicher in der Zelleendoplasmatisches RetikulumMyosin-PhosphataseGegenspielerin der Kinase

Grafik seitlich wischen

Der Weg Schritt für Schritt

An jeder Station steht, was der Stoff dort tut. Drei Zeichen: ↑ liefert — baut auf oder stellt bereit · ↓ zehrt — hemmt, verbraucht oder entzieht · ↕ beides, je nach Menge. Dahinter steht, worauf die Aussage beruht: gesicherte Physiologie, in Studien beobachtet oder umstritten. Die Zeichen bewerten nicht; sie benennen die Richtung.

  1. Amlodipin → Langsame Aufnahme Der Stoff wird langsam aufgenommen. Die Fachinformation nennt für den Höchstwert im Blut einen Abstand von mehreren Stunden nach dem Schlucken und hält fest, dass Essen die aufgenommene Menge nicht ändert. So steigt die Menge im Blut allmählich an. Quelle 8↑ liefert Über die Aufnahme im Darm gelangt der Wirkstoff ins Blut. Weil das langsam geschieht, steigt die Menge im Blut über Stunden an, und am Kanal kommt der Stoff allmählich an. gesicherte Physiologie Quelle 8
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Gelangt mehr Wirkstoff ins Blut, als die Leber in derselben Zeit abbaut, steigt die Menge im Blut über Tage weiter an, bis Zustrom und Abbau sich die Waage halten.

    zu wenig — Gelangt wenig Wirkstoff ins Blut, bleibt die Menge dort gering, und am Kanal liegt entsprechend wenig Amlodipin an.

    gesicherte Physiologie · Quelle 8

  2. Langsame Aufnahme → Geladen im Körper Bei dem pH, der im Körper herrscht, trägt Amlodipin eine Ladung. Es lagert sich nur allmählich an den Kanal an und löst sich ebenso allmählich wieder; deshalb setzt die Wirkung langsam ein. Die Gefäßweitung hält dadurch gleichmäßig an. Quelle 8↑ liefert Die geladene Form bindet langsam an den Kanal und bleibt dort lange. So entsteht keine plötzliche Gefäßweitung, sondern eine gleichmäßige, die über den Tag anhält. gesicherte Physiologie Quelle 8, 3
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Ist viel gebundenes Amlodipin vorhanden, löst es sich wegen der langsamen Bindung nur allmählich wieder; die Gefäßweitung hält dann auch nach dem Sinken des Blutspiegels noch an.

    zu wenig — Ist wenig gebunden, wirkt sich das wegen der langsamen Kinetik ebenfalls nur allmählich aus: Die Kanäle werden Schritt für Schritt wieder frei.

    gesicherte Physiologie · Quelle 8

  3. Geladen im Körper → Ausscheidung Die Leber baut den größten Teil zu unwirksamen Abbauprodukten um. Diese verlassen den Körper überwiegend über den Harn. Der Umbau läuft langsam, Amlodipin bleibt lange im Körper. Quelle 8↓ zehrt Die Leber entzieht dem Blut den Wirkstoff, indem sie ihn zu unwirksamen Abbauprodukten umbaut. Dieser Umbau läuft langsam, deshalb bleibt Amlodipin lange im Körper. gesicherte Physiologie Quelle 8
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Baut die Leber zügig ab, sinkt die Menge im Blut schneller, und am Kanal liegt weniger Wirkstoff an.

    zu wenig — Arbeitet die Leber langsamer, etwa bei eingeschränkter Leberfunktion oder im höheren Alter, verweilt Amlodipin länger im Blut, und seine Menge dort liegt höher.

    gesicherte Physiologie · Quelle 8

  4. Spannung an der Zellwand → L-Typ-Kanal · Spannungssensor Der spannungsabhängige Calcium-Kanal vom L-Typ öffnet sich. In der glatten Muskulatur der Gefäßwand ist er der Hauptweg, auf dem Calcium von außen in die Zelle kommt. Viel Einstrom macht das Gefäß enger, wenig Einstrom weiter. Quelle 2, 8↑ liefert Der offene L-Typ-Kanal lässt Calcium von außen in die Gefäßmuskelzelle. Dieser Einstrom ist das Signal, das die Muskelzelle zusammenziehen lässt. gesicherte Physiologie Quelle 2
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Sind viele Kanäle offen, strömt viel Calcium ein; die Muskelzelle zieht sich stärker zusammen, und das Gefäß wird enger.

    zu wenig — Sind wenige Kanäle offen, kommt wenig Calcium von außen in die Zelle; die Muskelzelle erschlafft, und das Gefäß weitet sich.

    gesicherte Physiologie · Quelle 2, 6

  5. L-Typ-Kanal → Calcium in der Zelle L-Typ-Kanal Das einströmende Calcium lässt die Menge des freien Calciums im Zellinneren steigen. Gelesen wird allein dieser Anstieg; im Ruhezustand hält die Zelle die Menge sehr niedrig. Pumpen bringen es rasch wieder hinaus. Quelle 6, 2↕ beides, je nach Menge Ein kurzer Anstieg des freien Calciums ist das Signal zur Kontraktion. Bleibt Calcium dauerhaft hoch, schaltet es in der Zelle auch Vorgänge an, die sie belasten; deshalb pumpt die Zelle es rasch wieder hinaus. gesicherte Physiologie Quelle 6
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Bleibt viel freies Calcium im Zellinneren, laufen Pumpen und Austauscher auf Hochtouren und verbrauchen ATP; zugleich bleibt die Muskelzelle angespannt.

    zu wenig — Steigt das freie Calcium kaum an, wird an Calmodulin wenig gebunden, die Kinase bleibt untätig, und die Muskelzelle bleibt entspannt.

    gesicherte Physiologie · Quelle 6

  6. Calcium in der Zelle → Calcium-Calmodulin · Calmodulin Calcium bindet an Calmodulin, ein kleines Eiweiß. Das beladene Calmodulin ändert seine Form und kann nun an die Myosin-Leichtketten-Kinase andocken. So wird der Calcium-Anstieg zur Enzymaktivität. Quelle 6, 5↑ liefert Beladenes Calmodulin schaltet die Myosin-Leichtketten-Kinase an. Es übersetzt den Calcium-Anstieg in eine Enzymaktivität. gesicherte Physiologie Quelle 6, 5
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Ist viel Calcium-Calmodulin vorhanden, ist die Kinase voll aktiv, und die leichte Kette des Myosins wird rasch mit Phosphat beladen.

    zu wenig — Ist wenig Calcium-Calmodulin vorhanden, bleibt die Kinase weitgehend abgeschaltet, und die Phosphatase gewinnt das Gegeneinander.

    gesicherte Physiologie · Quelle 5

  7. Calcium-Calmodulin → Phosphat am Myosin MLCK · Mg-ATP Erst mit gebundenem Calcium-Calmodulin arbeitet die Myosin-Leichtketten-Kinase. Sie überträgt Phosphat aus Mg-ATP auf die leichte Kette des Myosins; danach greifen Myosin und Aktin ineinander. Die Gefäßwand spannt sich. Quelle 5, 4↑ liefert Mit Phosphat an der leichten Kette greifen Myosin und Aktin ineinander; die Muskelzelle zieht sich zusammen, und die Gefäßwand spannt sich. Davon hängt ab, wie weit das Gefäß ist. gesicherte Physiologie Quelle 4, 5
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Ist viel Myosin mit Phosphat beladen, bleibt die Gefäßmuskulatur angespannt, das Gefäß eng und der Widerstand im Kreislauf hoch.

    zu wenig — Ist wenig Myosin mit Phosphat beladen, lösen sich Myosin und Aktin, die Gefäßmuskulatur erschlafft, und das Gefäß weitet sich.

    gesicherte Physiologie · Quelle 4

  8. Speicher in der Zelle → Calcium in der Zelle IP3-Rezeptor Das einströmende Calcium lässt die Menge des freien Calciums im Zellinneren steigen. Gelesen wird allein dieser Anstieg; im Ruhezustand hält die Zelle die Menge sehr niedrig. Pumpen bringen es rasch wieder hinaus. Quelle 6, 2↕ beides, je nach Menge Ein kurzer Anstieg des freien Calciums ist das Signal zur Kontraktion. Bleibt Calcium dauerhaft hoch, schaltet es in der Zelle auch Vorgänge an, die sie belasten; deshalb pumpt die Zelle es rasch wieder hinaus. gesicherte Physiologie Quelle 6
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Bleibt viel freies Calcium im Zellinneren, laufen Pumpen und Austauscher auf Hochtouren und verbrauchen ATP; zugleich bleibt die Muskelzelle angespannt.

    zu wenig — Steigt das freie Calcium kaum an, wird an Calmodulin wenig gebunden, die Kinase bleibt untätig, und die Muskelzelle bleibt entspannt.

    gesicherte Physiologie · Quelle 6

Weitere Stationen

Was am Calcium-Einstrom hängt

Was an diesen Schritten beteiligt ist

Was die Fachinformation nennt

Kontrollierte Studien in den Vereinigten Staaten, in denen Amlodipin unmittelbar mit einem Scheinpräparat verglichen wurde. Die Fachinformation ordnet diese vier Reaktionen nach der Menge des Wirkstoffs: Stufe 1 bis 3 sind die drei untersuchten Mengen, von der kleinsten zur größten. Die Zahlen gelten für diese Studien.

So liest sich die Tabelle: Zu jeder Zeile gehören vier Zahlen, und erst der Vergleich sagt etwas. Bei der Wassereinlagerung wächst der Abstand zum Scheinpräparat mit der Menge des Wirkstoffs deutlich; beim Schwindel bleibt er klein. Eine Spalte mit einem anderen Arzneimittel gibt es hier nicht — diese Fachinformation vergleicht allein gegen das Scheinpräparat. Und sie hat für diese Tabelle nur Reaktionen ausgewählt, die unter Amlodipin häufiger waren.

Amlodipin, Stufe 1 (275)Amlodipin, Stufe 2 (296)Amlodipin, Stufe 3 (268)Scheinpräparat (520)
Wassereinlagerung1,8 %3,0 %10,8 %0,6 %
Schwindel1,1 %3,4 %3,4 %1,5 %
Hitzegefühl im Gesicht0,7 %1,4 %2,6 %0,0 %
Herzklopfen0,7 %1,4 %4,5 %0,6 %

Vier weitere Reaktionen nennt die Fachinformation ohne Bezug zur Menge; sie stammen aus allen Studien mit Scheinpräparat zusammen, 1.730 Erwachsene unter Amlodipin gegen 1.250 unter dem Scheinpräparat: Müdigkeit 4,5 gegen 2,8 von 100, Übelkeit 2,9 gegen 1,9, Bauchschmerz 1,6 gegen 0,3, Schläfrigkeit 1,4 gegen 0,6. Nach der Zulassung gemeldete Reaktionen stehen hier nicht als Liste — die Fachinformation weist darauf hin, dass sich daraus weder eine Häufigkeit noch ein ursächlicher Zusammenhang ableiten lässt.

Quellen

  1. Catterall WA, Swanson TM. Structure and Pharmacology of Voltage-Gated Sodium and Calcium Channels. Annu Rev Pharmacol Toxicol 2020 · PubMed 31537174
  2. Zamponi GW, Striessnig J, Koschak A et al. The Physiology, Pathology, and Pharmacology of Voltage-Gated Calcium Channels and Their Future Therapeutic Potential. Pharmacol Rev 2015 · PubMed 26362469
  3. Zhao Y, Huang G, Wu J et al. Molecular Basis for Ligand Modulation of a Mammalian Voltage-Gated Ca2+ Channel. Cell 2019 · PubMed 31150622
  4. Somlyo AP, Somlyo AV. Ca2+ sensitivity of smooth muscle and nonmuscle myosin II: modulated by G proteins, kinases, and myosin phosphatase. Physiol Rev 2003 · PubMed 14506307
  5. Ran Q, Tian H, Lin J et al. Action and therapeutic targets of myosin light chain kinase, an important cardiovascular signaling mechanism. Pharmacol Res 2024 · PubMed 38944220
  6. Berridge MJ, Bootman MD, Roderick HL. Calcium signalling: dynamics, homeostasis and remodelling. Nat Rev Mol Cell Biol 2003 · PubMed 12838335
  7. Jackson WF. Potassium Channels in Regulation of Vascular Smooth Muscle Contraction and Growth. Adv Pharmacol 2017 · PubMed 28212804
  8. US-Fachinformation (Vereinigte Staaten): Amlodipine Besylate Tablets, DailyMed, Fassung vom 17.09.2026, Abschnitte 12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics und 12.3 Pharmacokinetics · Fachinformation
  9. US-Fachinformation (Vereinigte Staaten): Amlodipine Besylate Tablets, DailyMed, Fassung vom 17.09.2026, Abschnitte 6.1 Clinical Trials Experience und 6.2 Postmarketing Experience · Fachinformation

Ganzer Weg: Amlodipin

Verwandte Wege

Stand 2026-09-25. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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