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Ramipril: der Weg im Körper

Diese Seite zeigt den biochemischen Weg des Wirkstoffs Ramipril: wo er im Körper ankommt, an welcher Stelle er eingreift und welche Schritte davon berührt werden. Jede Aussage hat eine Quelle. Die Seite beschreibt allgemeines Lehrbuchwissen und sagt nichts über einen einzelnen Menschen.

Kurz erklärt

Ramipril ist ein ACE-Hemmer und selbst noch eine Ester-Vorstufe: Erst in der Leber entsteht daraus Ramiprilat. Es legt sich an das Zink-Ion im Zentrum des Angiotensin-Konversionsenzyms — und ohne dieses Zink arbeitet das Enzym nicht.

Worum es geht

Das Angiotensin-Konversionsenzym (ACE) ist ein Zink-Enzym. Es sitzt vor allem an der Innenwand der Gefäße und schneidet von zwei ganz verschiedenen Ketten je ein Stück ab:

Ramipril ist die Ester-Vorstufe; in der Leber entsteht daraus Ramiprilat. Ramiprilat legt sich an das Zink im Zentrum des Enzyms. Besetzt ist das Zink im Zentrum, zerstört ist nichts: Beide Ketten laufen langsamer — es entsteht weniger Angiotensin II und weniger Aldosteron, und Bradykinin wird langsamer zerlegt.

Was das im Einzelfall bedeutet, hängt von vielen Dingen ab und gehört in ein Gespräch mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Heilpraktikerin.

Quelle 1, 2, 3, 4, 5, 8

12 Stationen · 9 Quellen
ORYWeg des WirkstoffsWirkung am EnzymEsterasen der LeberReninACEZink im ZentrumChloridAT1-EmpfängerENaC, Na-K-PumpeACE (Kininase II)Zink im Zentrumlegt sich an das Zinkbremst die Umwandlungbremst den AbbauRamiprilEster-Vorstufe zum SchluckenAufnahme im DünndarmÜbertritt ins BlutLeberEsterasen trennen den EsterRamiprilataktive Form, zwei SäurenZinkzentrum der ACEein Zink-Ion je DomäneAngiotensinogenEiweiß aus der LeberAngiotensin IKette aus zehn BausteinenAngiotensin IIKette aus acht BausteinenAldosteronaus der NebennierenrindeNatrium und KaliumRegelung in der NiereBradykininKette aus neun BausteinenBruchstückebinden am Empfänger nicht

Grafik seitlich wischen

Der Weg Schritt für Schritt

  1. Ramipril → Aufnahme im Dünndarm Aus dem Dünndarm tritt der Stoff ins Blut über. Die Fachinformation gibt für den aufgenommenen Anteil mindestens die Hälfte an; Essen verlangsamt die Aufnahme, ändert aber die aufgenommene Menge kaum. Quelle 7, 8
  2. Aufnahme im Dünndarm → Leber In der Leber trennen Esterasen die Ethylester-Gruppe ab. Aus der Vorstufe entsteht dabei eine Verbindung mit zwei Säuregruppen. Die Fachinformation nennt diesen Vorgang die Spaltung des Esters in der Leber. Quelle 7, 8
  3. Leber → Ramiprilat Esterasen der Leber Ramiprilat ist die Form, die am Enzym ansetzt. Sie bindet fest und löst sich nur langsam wieder; deshalb dauert die Bindung an das Enzym länger an, als der Stoff im Blut messbar bleibt. Quelle 7, 8
  4. Angiotensinogen → Angiotensin I Renin Renin aus der Niere schneidet vom Angiotensinogen ein Stück mit zehn Aminosäuren ab: Angiotensin I. Diese Kette bindet noch an keinen der Empfänger. Quelle 1
  5. Angiotensin I → Angiotensin II ACE · Zink im Zentrum, Chlorid Das ACE trennt von Angiotensin I die letzten zwei Aminosäuren ab. Übrig bleibt Angiotensin II. Es bindet am AT1-Empfänger und lässt die glatte Muskulatur der Gefäße enger werden. Quelle 1, 2, 8
  6. Angiotensin II → Aldosteron AT1-Empfänger Angiotensin II bindet auch am AT1-Empfänger der Nebennierenrinde. Diese gibt daraufhin das Hormon Aldosteron ins Blut ab. Quelle 1, 8
  7. Aldosteron → Natrium und Kalium ENaC, Na-K-Pumpe Aldosteron lässt die Niere im Sammelrohr mehr Natrium zurückholen und mehr Kalium abgeben. Entsteht weniger Aldosteron, verschiebt sich beides; die Fachinformation beschreibt dazu einen kleinen Anstieg des Kaliums im Serum. Quelle 5, 8
  8. Bradykinin → Bruchstücke ACE (Kininase II) · Zink im Zentrum Dasselbe Enzym trennt auch von Bradykinin zwei Aminosäuren ab. Die Bruchstücke passen nicht mehr an den B2-Empfänger. Wegen dieser zweiten Aufgabe trägt das Enzym den zweiten Namen Kininase II. Quelle 4, 8

Was dieser Wirkstoff berührt

Was an diesen Schritten beteiligt ist

Was die Fachinformation nennt

Eine Studie mit 1.004 Erwachsenen, die Ramipril erhielten, und 982, die ein Scheinpräparat erhielten; die Beobachtung lief zwischen 6 und 46 Monaten. Die Fachinformation führt hier die Reaktionen auf, die bei mehr als 1 von 100 Teilnehmern auftraten und unter Ramipril häufiger waren als unter dem Scheinpräparat. Die Zahlen gelten für diese Studie.

So liest sich die Tabelle: Entscheidend ist der Vergleich in der Zeile, nicht die einzelne Zahl. Wichtig dabei — die Fachinformation hat für diese Tabelle nur die Reaktionen ausgewählt, die unter Ramipril häufiger waren als unter dem Scheinpräparat. Was in beiden Gruppen gleich oft oder unter dem Scheinpräparat häufiger auftrat, steht deshalb gar nicht darin.

Ramipril (1.004)Scheinpräparat (982)
Blutdruckabfall11 %5 %
Vermehrter Husten8 %4 %
Schwindel4 %3 %
Angina pectoris3 %2 %
Übelkeit2 %1 %
Blutdruckabfall beim Aufstehen2 %1 %
Kurze Ohnmacht2 %1 %
Erbrechen2 %0,5 %
Drehschwindel2 %0,7 %
Auffällige Nierenwerte1 %0,5 %
Durchfall1 %0,4 %

Nach der Zulassung wurden weitere Reaktionen gemeldet. Die Fachinformation weist darauf hin, dass sich aus solchen Meldungen weder eine Häufigkeit noch ein ursächlicher Zusammenhang ableiten lässt; deshalb stehen sie hier nicht als Liste.

Quellen

  1. Triebel H, Castrop H. The renin angiotensin aldosterone system. Pflugers Arch 2024 · PubMed 38233636
  2. Masuyer G, Yates CJ, Sturrock ED et al. Angiotensin-I converting enzyme (ACE): structure, biological roles, and molecular basis for chloride ion dependence. Biol Chem 2014 · PubMed 25205727
  3. Natesh R, Schwager SL, Sturrock ED et al. Crystal structure of the human angiotensin-converting enzyme-lisinopril complex. Nature 2003 · PubMed 12540854
  4. Tang SC, Leung JCK, Lai KN. The kallikrein-kinin system. Contrib Nephrol 2011 · PubMed 21659767
  5. Palmer BF. Regulation of Potassium Homeostasis. Clin J Am Soc Nephrol 2015 · PubMed 24721891
  6. Cerdà-Costa N, Gomis-Rüth FX. Architecture and function of metallopeptidase catalytic domains. Protein Sci 2014 · PubMed 24596965
  7. Meisel S, Shamiss A, Rosenthal T. Clinical pharmacokinetics of ramipril. Clin Pharmacokinet 1994 · PubMed 8137599
  8. US-Fachinformation (Vereinigte Staaten): Ramipril Capsules, DailyMed, Fassung vom 02.09.2026, Abschnitte 11 Description, 12.1 Mechanism of Action und 12.3 Pharmacokinetics · Fachinformation
  9. US-Fachinformation (Vereinigte Staaten): Ramipril Capsules, DailyMed, Fassung vom 02.09.2026, Abschnitte 6.1 Clinical Trials Experience und 6.2 Post-Marketing Experience · Fachinformation

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Stand 2026-09-25. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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