Magnesium: der Weg im Körper
Magnesium ist Teil des Weges „Magnesium“. Diese Seite zeigt den ganzen Weg; die Station von Magnesium ist hervorgehoben.
Hier steht dieser Laborwert: Magnesium in der Nahrung — Mineralstoff. Magnesium gelangt mit Lebensmitteln und Getränken in den Körper. Dort liegt es nur als gelöstes, zweifach positiv geladenes Ion vor (Mg²⁺). Quelle 1, 3
Kurz erklärt
Magnesium ist ein Mineralstoff, der im Körper als zweifach geladenes Ion vorliegt, zum größten Teil in Knochen und Zellen. Es bildet mit ATP die aktive Energieform und sitzt als Bremse im NMDA-Rezeptor.
13 Stationen · 5 QuellenGrafik seitlich wischen
Der Weg Schritt für Schritt
- Magnesium in der Nahrung → Dünndarm Claudin-2, -7, -12 Im Dünndarm gelangt Magnesium passiv zwischen den Darmzellen hindurch. Die Durchlässe dafür bilden Eiweiße der Claudin-Familie (Claudin-2, -7 und -12). Quelle 1, 3
- Dünndarm → Dickdarm Im Dickdarm nehmen die Kanäle TRPM6 und TRPM7 Magnesium in die Darmzelle auf. Auf der Blutseite gibt es der Transporter CNNM4 wieder ab, vermutlich im Austausch gegen Natrium. Quelle 1
- Dickdarm → Magnesium im Blut TRPM6/7, CNNM4 Im Blut befindet sich nur ein kleiner Teil des Magnesiums im Körper. Der größte Teil liegt in den Knochen, ein weiterer in Muskeln und anderen Geweben. Quelle 1
- Magnesium im Blut → Filtration in der Niere Die Nieren filtern Magnesium aus dem Blut. Der allergrößte Teil davon wird anschließend entlang der Nierenkanälchen wieder zurückgeholt. Quelle 1, 2
- Filtration in der Niere → Rückresorption Claudin-16/-19, TRPM6 Den größten Teil holt die Henle-Schleife zurück, zwischen den Zellen durch Poren aus Claudin-16 und -19. Die Feinabstimmung übernimmt der distale Tubulus mit den Kanälen TRPM6 und TRPM7. Quelle 1, 2
- Magnesium in der Zelle → Mg-ATP ATP, der Energieträger der Zelle, bildet mit Magnesium den Mg-ATP-Komplex. Er gilt als die biologisch aktive Form; über ihn ist Magnesium an mehreren hundert Enzymreaktionen beteiligt. Quelle 1, 4
- Glucose → Glucose-6-phosphat Hexokinase Die Hexokinase überträgt dafür eine Phosphatgruppe von ATP auf Glucose. Als Ausgangsstoff dient ihr der Mg-ATP-Komplex. Quelle 1, 5
- Glucose-6-phosphat → Glykolyse Glucose-6-phosphat ist der Einstieg in die Glykolyse, den Abbau von Zucker zur Energiegewinnung. Magnesium wird für diesen Weg gebraucht. Quelle 5
- Magnesium in der Zelle → NMDA-Rezeptor Der NMDA-Rezeptor ist ein Calcium-Kanal, den der Botenstoff Glutamat öffnet. Magnesium sitzt in seiner Pore und muss sich lösen, bevor Calcium einströmen kann. Quelle 5, 4
- NMDA-Rezeptor → Calcium-Einstrom · Glutamat Löst sich der Magnesium-Block, strömt Calcium in die Nervenzelle und das Signal wird weitergegeben. Magnesium wirkt an dieser Stelle also wie eine Bremse. Quelle 5
Cofaktoren dieses Weges
- ATP — Bildet mit Magnesium den Mg-ATP-Komplex, die Form, die Enzyme wie die Hexokinase umsetzen Quelle 4, 1
- Natrium — Der Transporter CNNM4 gibt Magnesium im Dickdarm vermutlich im Austausch gegen Natrium ins Blut ab Quelle 1Im ORY-Katalog als Laborwert: Natrium (intrazellulär)
- Kalium — Sein Rückstrom in der Henle-Schleife baut die Spannung auf, die Magnesium zwischen den Zellen zurücktreibt Quelle 2Im ORY-Katalog als Laborwert: Kalium (intrazellulär)
- Calcium — Strömt durch den NMDA-Rezeptor ein, sobald sich Magnesium aus der Pore gelöst hat Quelle 5Im ORY-Katalog als Laborwert: Calcium (intrazellulär)
- Glutamat — Botenstoff, der den NMDA-Rezeptor öffnet, in dessen Pore Magnesium sitzt Quelle 5Im ORY-Katalog als Laborwert: Glutamat
Was auf diesen Weg einwirkt
- Magensäure-Hemmer — Protonenpumpenhemmer heben den pH-Wert im Darm. Beschrieben ist, dass Magnesium dann schlechter gelöst bleibt und der Kanal TRPM6 im Dickdarm weniger aktiv ist. Quelle 1
- Diuretika — Schleifendiuretika hemmen in der Henle-Schleife den Transporter NKCC2; dadurch fehlt die elektrische Spannung, die Magnesium zwischen den Zellen zurücktreibt. Auch unter Thiaziddiuretika sind niedrigere Magnesium-Werte beschrieben. Quelle 1
Quellen
- Kröse JL, de Baaij JHF. Magnesium biology. Nephrol Dial Transplant 2024 · PubMed 38871680
- de Baaij JHF. Magnesium reabsorption in the kidney. Am J Physiol Renal Physiol 2023 · PubMed 36633869
- Schuchardt JP, Hahn A. Intestinal Absorption and Factors Influencing Bioavailability of Magnesium — An Update. Curr Nutr Food Sci 2017 · PubMed 29123461
- de Baaij JH, Hoenderop JG, Bindels RJ. Magnesium in man: implications for health and disease. Physiol Rev 2015 · PubMed 25540137
- Kirkland AE, Sarlo GL, Holton KF. The Role of Magnesium in Neurological Disorders. Nutrients 2018 · PubMed 29882776
Verwandte Wege
- GABA, Glutamat und Glutamin — Natrium (intrazellulär), Kalium (intrazellulär)
- Gärung im Darm und Atemgase — Natrium (intrazellulär), Calcium (intrazellulär)
- Gluten-Antikörper — Calcium (intrazellulär), Glutamat
- HbA1c und Insulin — Kalium (intrazellulär), Calcium (intrazellulär)
- Pankreas-Elastase — Natrium (intrazellulär), Calcium (intrazellulär)
Stand 2026-09-16. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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