H₂ nach Laktose-Belastung: der Weg im Körper
H₂ nach Laktose-Belastung ist Teil des Weges „Laktoseverdauung“. Diese Seite zeigt den ganzen Weg; die Station von H₂ nach Laktose-Belastung ist hervorgehoben.
Hier steht dieser Laborwert: In der Atemluft messbar — Grundlage des Atemtests. Deshalb lässt sich Wasserstoff nach einer Portion Laktose in der Atemluft messen. Ein Anstieg zeigt, dass Laktose den Dickdarm erreicht hat. Quelle 1, 4
Kurz erklärt
Laktose ist der Milchzucker, ein Doppelzucker aus Glukose und Galaktose. Das Enzym Laktase trennt ihn im Dünndarm; was ungetrennt in den Dickdarm gelangt, vergären Bakterien unter anderem zu Wasserstoff.
11 Stationen · 7 QuellenGrafik seitlich wischen
Der Weg Schritt für Schritt
- Laktose in der Nahrung → Glukose und Galaktose Laktase (LPH) Das Enzym Laktase-Phlorizin-Hydrolase sitzt außen am Bürstensaum der Dünndarmzellen und trennt die beiden Zucker voneinander. Quelle 2
- Glukose und Galaktose → Aufnahme ins Blut SGLT1, GLUT2 · Natrium Transporter führen beide Zucker in die Darmzelle und weiter ins Blut. Galaktose wird in der Leber über drei Enzyme zu Glukose-1-phosphat umgebaut. Quelle 1
- Laktose im Dickdarm → Bakterien vergären Darmbakterien Bakterien der Darmflora nehmen die Laktose auf und vergären sie. Dabei entstehen Gase und kurzkettige Fettsäuren. Quelle 1
- Bakterien vergären → Kurzkettige Fettsäuren Neben den Gasen entstehen kurzkettige Fettsäuren. Die Zellen der Dickdarmwand nehmen sie auf und nutzen Butyrat als Brennstoff. Quelle 1
- Bakterien vergären → Wasserstoff (H2) Wasserstoff ist eines der Gärgase. Menschliche Zellen bilden ihn nicht; er stammt ausschließlich aus dem Stoffwechsel von Bakterien. Quelle 4
- Wasserstoff (H2) → Methan (CH4) Archaeen · Wasserstoff Bei manchen Menschen leben im Dickdarm Archaeen, die aus Wasserstoff und Kohlendioxid Methan bilden. Dann fällt der Wasserstoff-Anteil im Gas geringer aus. Quelle 4
- Wasserstoff (H2) → Ins Blut und zur Lunge Ein Teil des Wasserstoffs geht aus dem Darm ins Blut über und wird in der Lunge an die Atemluft abgegeben. Quelle 4
- Ins Blut und zur Lunge → In der Atemluft messbar Deshalb lässt sich Wasserstoff nach einer Portion Laktose in der Atemluft messen. Ein Anstieg zeigt, dass Laktose den Dickdarm erreicht hat. Quelle 1, 4
Cofaktoren dieses Weges
- Natrium — Der Transporter SGLT1 nimmt Glukose und Galaktose zusammen mit Natrium in die Darmzelle auf Quelle 1Im ORY-Katalog als Laborwert: Natrium (intrazellulär)
- ATP — Phosphat-Spender der Galaktokinase, des ersten Enzyms im Galaktose-Umbau der Leber Quelle 5
- UDP-Glukose — Partner der GALT, die den Uridin-Rest auf Galaktose-1-phosphat überträgt Quelle 5
- NAD⁺ — Fest gebundener Cofaktor der UDP-Galaktose-4-Epimerase (GALE) Quelle 6Im ORY-Katalog als Laborwert: NAD⁺ (Nicotinamidadenindinukleotid)
- Nickel — Zentralatom im Coenzym F430 der Archaeen, die aus Wasserstoff Methan bilden Quelle 7, 4
Quellen
- Misselwitz B, Butter M, Verbeke K et al. Update on lactose malabsorption and intolerance: pathogenesis, diagnosis and clinical management. Gut 2019 · PubMed 31427404
- Naim HY. Molecular and cellular aspects and regulation of intestinal lactase-phlorizin hydrolase. Histol Histopathol 2001 · PubMed 11332711
- Swallow DM. Genetics of lactase persistence and lactose intolerance. Annu Rev Genet 2003 · PubMed 14616060
- Di Stefano M, Mengoli C, Bergonzi M et al. Hydrogen breath test and intestinal gas production. Eur Rev Med Pharmacol Sci 2013 · PubMed 24443066
- Timson DJ. The molecular basis of galactosemia - Past, present and future. Gene 2016 · PubMed 26143117
- Beerens K, Soetaert W, Desmet T. UDP-hexose 4-epimerases: a view on structure, mechanism and substrate specificity. Carbohydr Res 2015 · PubMed 26162744
- Thauer RK, Bonacker LG. Biosynthesis of coenzyme F430, a nickel porphinoid involved in methanogenesis. Ciba Found Symp 1994 · PubMed 7842854
Verwandte Wege
- Gärung im Darm und Atemgase — aufnahme ins blut
- Fruktoseaufnahme — kurzkettige fettsäuren
- Darmmikrobiom — kurzkettige fettsäuren
- GABA, Glutamat und Glutamin — Natrium (intrazellulär), NAD⁺ (Nicotinamidadenindinukleotid)
Stand 2026-09-16. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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