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Fruktoseaufnahme: der Weg im Körper

Diese Seite zeigt den biochemischen Weg hinter dem Laborwert H₂ nach Fruktose-Belastung: welche Stationen aufeinander folgen, welche Enzyme den Schritt machen und welche Cofaktoren sie dafür brauchen. Jede Aussage hat eine Quelle. Die Seite beschreibt allgemeines Lehrbuchwissen und sagt nichts über einen einzelnen Menschen.

Kurz erklärt

Fruktose ist ein Einfachzucker aus Früchten und Haushaltszucker. Dünndarm und Leber nehmen sie über Transporter auf und bauen sie zu Glukose und anderen Stoffen um; was den Dickdarm erreicht, vergären Bakterien unter Bildung von Wasserstoff.

11 Stationen · 7 Quellen
ORYIm DünndarmIm DickdarmDarmbakterienArchaeenKohlendioxidGLUT5Aldolase BATPGLUT2FruktokinaseATPHydrogenasennicht aufgenommener AnteilFruktose im Dünndarmaus Frucht- und RohrzuckerIn die Darmzelleüber GLUT5Umbau in der Darmzellezu Glukose und SäurenÜber die PfortaderGLUT2 in das BlutIn der LeberFruktose-1-phosphatFruktose im Dickdarmnicht aufgenommener TeilKurzkettige Fettsäurendurch Bakterien vergorenWasserstoff (H₂)Gas aus der VergärungMethanaus Wasserstoff gebildetH₂ im Blutdurch die DarmwandH₂ in der Atemluftüber die Lunge abgegeben

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Der Weg Schritt für Schritt

  1. Fruktose im Dünndarm → In die Darmzelle GLUT5 Der Transporter GLUT5 lässt Fruktose in die Zellen der Dünndarmwand. Er arbeitet ohne Energieverbrauch, dem Gefälle folgend; seine Menge richtet sich nach dem Angebot an Fruktose. Quelle 1, 6
  2. In die Darmzelle → Umbau in der Darmzelle Aldolase B · ATP Ein Teil der Fruktose wird schon in der Darmzelle umgebaut: über Fruktokinase und Aldolase B entstehen Glukose, Laktat und andere kleine Säuren. Quelle 2
  3. Umbau in der Darmzelle → Über die Pfortader GLUT2 Was nicht umgebaut wurde, verlässt die Darmzelle über GLUT2 und erreicht mit dem Pfortaderblut die Leber. Quelle 1, 2
  4. Über die Pfortader → In der Leber Fruktokinase · ATP Die Fruktokinase hängt unter ATP-Verbrauch ein Phosphat an. Die Aldolase B zerlegt das Molekül in zwei Bruchstücke mit je drei Kohlenstoffen, die in Glykolyse und Zuckerneubildung eingehen. Quelle 3
  5. Fruktose im Dickdarm → Kurzkettige Fettsäuren Darmbakterien Bakterien des Dickdarms vergären die Fruktose. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat, die die Darmschleimhaut aufnimmt. Quelle 4
  6. Fruktose im Dickdarm → Wasserstoff (H₂) Hydrogenasen Bei der Vergärung bleiben Elektronen übrig. Bakterielle Enzyme, die Hydrogenasen, geben sie an Protonen ab; dabei entsteht Wasserstoffgas. Quelle 4
  7. Wasserstoff (H₂) → Methan Archaeen · Kohlendioxid Bei einem Teil der Menschen leben im Darm Archaeen, die Wasserstoff und Kohlendioxid zu Methan umsetzen. Dann findet sich weniger Wasserstoff und mehr Methan. Quelle 4, 5
  8. Wasserstoff (H₂) → H₂ im Blut Ein Teil des Wasserstoffs tritt durch die Darmwand ins Blut über. Menschliche Zellen bilden selbst keinen Wasserstoff; er stammt ausschließlich von Mikroorganismen. Quelle 4, 5
  9. H₂ im Blut → H₂ in der Atemluft Das Blut bringt den Wasserstoff zur Lunge, wo er in die Atemluft übertritt. Deshalb lässt sich in der Ausatemluft verfolgen, wie viel Zucker im Dickdarm vergoren wurde. Quelle 5

Cofaktoren dieses Weges

Quellen

  1. Ferraris RP, Choe JY, Patel CR. Intestinal Absorption of Fructose. Annu Rev Nutr 2018 · PubMed 29751733
  2. Jang C, Hui S, Lu W et al. The Small Intestine Converts Dietary Fructose into Glucose and Organic Acids. Cell Metab 2018 · PubMed 29414685
  3. Iizuka K. Recent Progress on Fructose Metabolism-Chrebp, Fructolysis, and Polyol Pathway. Nutrients 2023 · PubMed 37049617
  4. Carbonero F, Benefiel AC, Gaskins HR. Contributions of the microbial hydrogen economy to colonic homeostasis. Nat Rev Gastroenterol Hepatol 2012 · PubMed 22585131
  5. Rezaie A, Buresi M, Lembo A et al. Hydrogen and Methane-Based Breath Testing in Gastrointestinal Disorders: The North American Consensus. Am J Gastroenterol 2017 · PubMed 28323273
  6. Douard V, Ferraris RP. Regulation of the fructose transporter GLUT5 in health and disease. Am J Physiol Endocrinol Metab 2008 · PubMed 18398011
  7. de Baaij JH, Hoenderop JG, Bindels RJ. Magnesium in man: implications for health and disease. Physiol Rev 2015 · PubMed 25540137

Verwandte Wege

Stand 2026-09-16. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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