Anti-Gliadin-Antikörper (AGA): der Weg im Körper
Anti-Gliadin-Antikörper (AGA) ist Teil des Weges „Gluten-Antikörper“. Diese Seite zeigt den ganzen Weg; die Station von Anti-Gliadin-Antikörper (AGA) ist hervorgehoben.
Hier steht dieser Laborwert: Antikörper im Blut — anti-TG2 und AGA. Die B-Zellen bilden Antikörper: gegen Gliadin (AGA) und gegen die körpereigene Transglutaminase 2 (anti-TG2). Beide lassen sich im Blut messen. Quelle 3, 4
Kurz erklärt
Gluten ist ein Gemisch aus Speichereiweißen von Weizen, Roggen und Gerste. Einige seiner Bruchstücke verändert die Transglutaminase 2; sie können eine Immunantwort mit Antikörpern gegen Gliadin und gegen dieses Enzym in Gang setzen.
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Der Weg Schritt für Schritt
- Gluten in der Nahrung → Lange Bruchstücke Verdauungsenzyme Magen- und Darmenzyme zerlegen die meisten Eiweiße bis auf einzelne Aminosäuren. An prolinreichen Stellen schneiden sie nicht; dort bleiben längere Bruchstücke übrig. Quelle 1
- Lange Bruchstücke → 33er-Peptid Ein Bruchstück aus 33 Aminosäuren übersteht die Verdauung nahezu unverändert. Es ist das am besten untersuchte dieser Peptide. Quelle 1
- 33er-Peptid → Übertritt ins Gewebe Ein kleiner Teil dieser Bruchstücke gelangt durch die Darmzellen oder zwischen ihnen hindurch in die Schleimhaut darunter. Quelle 2
- Bruchstück im Gewebe → Umgewandeltes Peptid Transglutaminase 2 · Calcium Das Enzym wandelt einzelne Glutamin-Bausteine in Glutaminsäure um. Diesen Vorgang nennt man Deamidierung; das Bruchstück trägt danach negative Ladungen. Quelle 3
- Umgewandeltes Peptid → Bindung an HLA-DQ2/DQ8 · HLA-DQ2, HLA-DQ8 Zellen des Immunsystems zeigen Bruchstücke auf HLA-Molekülen vor. In die Bindungstasche von DQ2 und DQ8 passen negativ geladene Bruchstücke besonders gut. Quelle 2
- Bindung an HLA-DQ2/DQ8 → T-Zellen erkennen es Bestimmte T-Zellen erkennen genau diese Kombination aus HLA-Molekül und verändertem Bruchstück. Sie werden dadurch aktiv und teilen sich. Quelle 2
- T-Zellen erkennen es → B-Zellen werden aktiv Die T-Zellen geben Signale an B-Zellen weiter. Aktiv werden dabei B-Zellen, die das Bruchstück selbst erkennen, und solche, die das Enzym daneben erkennen. Quelle 3, 4
- B-Zellen werden aktiv → Antikörper im Blut Die B-Zellen bilden Antikörper: gegen Gliadin (AGA) und gegen die körpereigene Transglutaminase 2 (anti-TG2). Beide lassen sich im Blut messen. Quelle 3, 4
Cofaktoren dieses Weges
- Calcium — Aktiviert die Transglutaminase 2, die Glutamin in Gluten-Bruchstücken deamidiert Quelle 3Im ORY-Katalog als Laborwert: Calcium (intrazellulär)
- Glutamin — Häufiger Baustein des Glutens und Angriffsstelle der Deamidierung Quelle 1, 3Im ORY-Katalog als Laborwert: Glutamin
- Glutamat (Glutaminsäure) — Entsteht bei der Deamidierung aus Glutamin und trägt die negative Ladung Quelle 3Im ORY-Katalog als Laborwert: Glutamat
- Prolin — Häufiger Baustein des Glutens; an prolinreichen Stellen schneiden Verdauungsenzyme nicht Quelle 1
Quellen
- Shan L, Molberg O, Parrot I et al. Structural basis for gluten intolerance in celiac sprue. Science 2002 · PubMed 12351792
- Sollid LM, Jabri B. Triggers and drivers of autoimmunity: lessons from coeliac disease. Nat Rev Immunol 2013 · PubMed 23493116
- Rauhavirta T, Hietikko M, Salmi T et al. Transglutaminase 2 and Transglutaminase 2 Autoantibodies in Celiac Disease: a Review. Clin Rev Allergy Immunol 2019 · PubMed 27263022
- Lindfors K, Ciacci C, Kurppa K et al. Coeliac disease. Nat Rev Dis Primers 2019 · PubMed 30631077
Verwandte Wege
- Magnesium — Calcium (intrazellulär), Glutamat
Stand 2026-09-16. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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