Eisen und Ferritin: der Weg im Körper
Diese Seite zeigt den biochemischen Weg hinter dem Laborwert Eisen, Eisen (intrazellulär), Ferritin: welche Stationen aufeinander folgen, welche Enzyme den Schritt machen und welche Cofaktoren sie dafür brauchen. Jede Aussage hat eine Quelle. Die Seite beschreibt allgemeines Lehrbuchwissen und sagt nichts über einen einzelnen Menschen.
Kurz erklärt
Eisen ist ein Spurenelement, das der Körper im Eiweiß Ferritin speichert und im Blut an Transferrin gebunden verteilt. Im Häm des Hämoglobins bindet es Sauerstoff, in vielen Enzymen überträgt es Elektronen.
9 Stationen · 6 QuellenGrafik seitlich wischen
Der Weg Schritt für Schritt
- Eisen in der Nahrung → Fe²⁺ im Darm Dcytb · Vitamin C An der Oberfläche der Darmzelle sitzt das Enzym Dcytb. Es gibt ein Elektron ab und macht aus Fe³⁺ das zweiwertige Fe²⁺; Vitamin C liefert dafür die Elektronen. Quelle 5, 1
- Fe²⁺ im Darm → Eisen in der Darmzelle DMT1 Der Transporter DMT1 schleust Fe²⁺ in die Zelle. Dort wird es entweder in Ferritin eingelagert oder weiter ins Blut gegeben. Quelle 1
- Eisen in der Darmzelle → Transferrin-Eisen Ferroportin · Hephästin (Kupfer) Ferroportin ist die einzige bekannte Tür, durch die Eisen eine Zelle verlässt. Hephästin oxidiert es dabei zurück zu Fe³⁺; im Blut bindet es an Transferrin. Quelle 1, 2
- Eisen in der Zelle → Ferritin Ferroxidase (H-Kette) Ferritin ist eine Hohlkugel aus 24 Untereinheiten. Ihre H-Ketten oxidieren Fe²⁺ und legen es als Mineral im Inneren ab – so liegt Eisen sicher verwahrt. Quelle 3
- Ferritin → Ferritin im Blut Ein kleiner Teil des Ferritins gelangt aus den Zellen ins Blut. Diese Form ist weitgehend eisenfrei und wird im Labor gemessen. Quelle 3, 2
- Eisen in der Zelle → Häm Ferrochelatase · Protoporphyrin IX Im Mitochondrium setzt die Ferrochelatase Fe²⁺ in den Ring Protoporphyrin IX ein. So entsteht Häm, der rote Farbstoff, der Sauerstoff bindet. Quelle 4
- Häm → Hämoglobin · Globin-Ketten Vier Häm-Gruppen und vier Globin-Ketten bilden Hämoglobin. Der größte Teil des Körpereisens steckt in diesem Molekül. Quelle 4, 1
Cofaktoren dieses Weges
- Vitamin C — Liefert Dcytb die Elektronen, mit denen Fe³⁺ im Darm zu Fe²⁺ wird Quelle 5Im ORY-Katalog als Laborwert: Vitamin C (Ascorbinsäure)
- Kupfer — Metall der Ferroxidase Hephästin, die Eisen beim Austritt ins Blut zu Fe³⁺ oxidiert Quelle 1, 2Im ORY-Katalog als Laborwert: Kupfer (Cu)
- Vitamin B6 — Cofaktor der ALA-Synthase, des ersten Enzyms der Häm-Bildung Quelle 4Im ORY-Katalog als Laborwert: Vitamin B6
- Glycin — Baustein, aus dem die ALA-Synthase mit Succinyl-CoA den Häm-Vorläufer ALA bildet Quelle 4Im ORY-Katalog als Laborwert: Glycin
- Zink — Metall der ALA-Dehydratase, des zweiten Enzyms der Häm-Bildung Quelle 4Im ORY-Katalog als Laborwert: Zink
Was auf diesen Weg einwirkt
- Hepcidin — Hepcidin ist ein Hormon der Leber. Es bindet an Ferroportin und lässt es abbauen; die Darmzelle gibt dann weniger Eisen ins Blut ab. Bei Entzündungen ist mehr Hepcidin im Blut beschrieben. Quelle 2
Quellen
- Anderson GJ, Frazer DM. Current understanding of iron homeostasis. Am J Clin Nutr 2017 · PubMed 29070551
- Ganz T. Systemic iron homeostasis. Physiol Rev 2013 · PubMed 24137020
- Plays M, Müller S, Rodriguez R. Chemistry and biology of ferritin. Metallomics 2021 · PubMed 33881539
- Ajioka RS, Phillips JD, Kushner JP. Biosynthesis of heme in mammals. Biochim Biophys Acta 2006 · PubMed 16839620
- McKie AT. The role of Dcytb in iron metabolism: an update. Biochem Soc Trans 2008 · PubMed 19021532
- Gao G, Li J, Zhang Y et al. Cellular Iron Metabolism and Regulation. Adv Exp Med Biol 2019 · PubMed 31456203
Verwandte Wege
- HbA1c und Insulin — hämoglobin
- 8-OHdG — Vitamin C (Ascorbinsäure), Kupfer (Cu)
- Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin — Vitamin C (Ascorbinsäure), Kupfer (Cu)
- Carnitin — Vitamin C (Ascorbinsäure), Vitamin B6
- Folsäure — Vitamin B6, Zink
Stand 2026-09-16. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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