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Simvastatin: der Weg im Körper

Diese Seite zeigt den biochemischen Weg des Wirkstoffs Simvastatin: wo er im Körper ankommt, an welcher Stelle er eingreift und welche Schritte davon berührt werden. Jede Aussage hat eine Quelle. Die Seite beschreibt allgemeines Lehrbuchwissen und sagt nichts über einen einzelnen Menschen.

Kurz erklärt

Simvastatin ist ein Statin. Im Körper entsteht daraus die offene Säureform; sie setzt sich in die Bindetasche der HMG-CoA-Reduktase, des Enzyms, das HMG-CoA zu Mevalonat umbaut. Die Tasche ist nur besetzt, solange der Stoff da ist.

Worum es geht

Cholesterin und Coenzym Q10 entstehen im selben Weg. Er heißt Mevalonatweg und verzweigt sich erst spät:

Simvastatin setzt sich in die Tasche der HMG-CoA-Reduktase. Dieses Enzym liegt oberhalb der Gabelung — deshalb betrifft die Hemmung beide Zweige, nicht nur einen. Unter Statinen sind niedrigere Q10-Werte im Blut beschrieben; ein Teil davon folgt den LDL-Partikeln, in denen Q10 mitreist. Besetzt ist die Bindetasche des Enzyms — die Zweige dahinter laufen langsamer, nicht abgeschaltet.

Was das im Einzelfall bedeutet, hängt von vielen Dingen ab und gehört in ein Gespräch mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Heilpraktikerin.

Quelle 2, 3, 4, 6, 7

13 Stationen · 8 Quellen
ORYWeg des WirkstoffsMevalonatweg in der ZelleWasserCYP3A4HMG-CoA-SynthaseHMG-CoA-ReduktaseNADPHmehrere EnzymeATPSqualen-Synthase u. a.NADPHSauerstoffSREBP-2PDSS1, PDSS2COQ2 und COQ-Enzyme4-Hydroxybenzoatbesetzt die Taschebremst diesen SchrittSimvastatinLacton, als TabletteSimvastatin-Säureoffene Form, wirksamIn der Leberzellehoher erster DurchgangAusscheidungüber Galle und HarnAn der Bindestelleder HMG-CoA-ReduktaseAcetyl-CoABaustein aus dem AbbauHMG-CoAvor dem geregelten SchrittMevalonatder langsamste SchrittFarnesyl-PPGabelung des WegsCholesterinin der LeberzelleLDL-Rezeptorenan der ZelloberflächeDecaprenyl-PPKette aus zehn EinheitenCoenzym Q10Ubichinon

Grafik seitlich wischen

Der Weg Schritt für Schritt

  1. Simvastatin → Simvastatin-Säure · Wasser Im Körper wird der Ring aufgespalten; es entsteht die β-Hydroxysäure, Simvastatin-Säure genannt. Diese offene Form ähnelt dem Molekülteil HMG. Quelle 1, 7
  2. Simvastatin-Säure → In der Leberzelle Die Leber nimmt den größten Teil schon beim ersten Durchgang aus dem Pfortaderblut auf. Nur ein kleiner Teil erreicht den übrigen Kreislauf. Quelle 7
  3. In der Leberzelle → Ausscheidung CYP3A4 In der Leberzelle baut das Enzym CYP3A4 den Wirkstoff weiter um. Die Abbauprodukte verlassen den Körper überwiegend über Galle und Stuhl, ein kleinerer Teil über den Harn. Quelle 7
  4. Acetyl-CoA → HMG-CoA HMG-CoA-Synthase HMG-CoA ist der Stoff, an dem der Weg geregelt wird. Das nächste Enzym bestimmt, wie viel Mevalonat entsteht. Quelle 3
  5. HMG-CoA → Mevalonat HMG-CoA-Reduktase · NADPH Die HMG-CoA-Reduktase baut HMG-CoA zu Mevalonat um und verbraucht dabei zwei NADPH. Dieser Schritt bestimmt das Tempo des ganzen Wegs. Quelle 3, 2
  6. Mevalonat → Farnesyl-PP mehrere Enzyme · ATP Aus Mevalonat entstehen aktivierte Isopren-Einheiten, die zu Farnesyl-Pyrophosphat verknüpft werden. Hier teilt sich der Weg in mehrere Zweige. Quelle 4
  7. Farnesyl-PP → Cholesterin Squalen-Synthase u. a. · NADPH, Sauerstoff Ein Zweig führt über Squalen zu Cholesterin, einem Baustein jeder Zellmembran und Ausgangsstoff für Gallensäuren und Steroidhormone. Quelle 3
  8. Cholesterin → LDL-Rezeptoren SREBP-2 Sinkt das Cholesterin in der Leberzelle, schaltet der Regler SREBP-2 mehr LDL-Rezeptoren frei. Sie holen LDL-Partikel aus dem Blut in die Zelle. Quelle 5, 7
  9. Farnesyl-PP → Decaprenyl-PP PDSS1, PDSS2 Ein anderer Zweig verlängert die Kette auf zehn Isopren-Einheiten. Sie wird zum Schwanz des Coenzyms Q10. Quelle 4
  10. Decaprenyl-PP → Coenzym Q10 COQ2 und COQ-Enzyme · 4-Hydroxybenzoat Das Enzym COQ2 hängt die Kette an einen Ring aus 4-Hydroxybenzoat. Weitere COQ-Enzyme bauen den Ring um; damit ist Ubichinon fertig. Quelle 4

Was dieser Wirkstoff berührt

Was an diesen Schritten beteiligt ist

Was die Fachinformation nennt

Eine Studie in Nordeuropa mit 2.221 Erwachsenen, die Simvastatin erhielten, und 2.223, die ein Scheinpräparat erhielten, über im Mittel 5,4 Jahre. Aufgeführt sind die Reaktionen, die bei mindestens 2 von 100 Teilnehmern auftraten und häufiger waren als unter dem Scheinpräparat. Die Zahlen gelten für diese Studie.

So liest sich die Tabelle: Diese Fachinformation führt nur Reaktionen auf, die unter Simvastatin häufiger auftraten als unter dem Scheinpräparat — Reaktionen mit gleicher oder geringerer Häufigkeit fehlen deshalb. Entscheidend ist der Abstand in der Zeile, und der ist in den meisten Zeilen klein: bei Bronchitis und Bauchschmerz beträgt er weniger als einen halben Punkt.

Simvastatin (2.221)Scheinpräparat (2.223)
Bronchitis6,6 %6,3 %
Bauchschmerz5,9 %5,8 %
Vorhofflimmern5,7 %5,1 %
Magenschleimhautentzündung4,9 %3,9 %
Ekzem4,5 %3,0 %
Drehschwindel4,5 %4,2 %
Diabetes mellitus4,2 %3,6 %
Schlaflosigkeit4,0 %3,8 %
Muskelschmerz3,7 %3,2 %
Harnwegsinfektion3,2 %3,1 %
Wassereinlagerung2,7 %2,3 %
Kopfschmerz2,5 %2,1 %
Nasennebenhöhlenentzündung2,3 %1,8 %
Verstopfung2,2 %1,6 %

Über alle Studien zusammen nennt die Fachinformation 2.423 Erwachsene mit im Mittel etwa 18 Monaten Beobachtung; dort beendeten 1,4 von 100 Teilnehmern die Anwendung wegen einer Reaktion. Nach der Zulassung gemeldete Reaktionen stehen hier nicht als Liste — die Fachinformation weist darauf hin, dass sich daraus weder eine Häufigkeit noch ein ursächlicher Zusammenhang ableiten lässt.

Quellen

  1. Schachter M. Chemical, pharmacokinetic and pharmacodynamic properties of statins: an update. Fundam Clin Pharmacol 2005 · PubMed 15660968
  2. Istvan ES, Deisenhofer J. Structural mechanism for statin inhibition of HMG-CoA reductase. Science 2001 · PubMed 11349148
  3. Sharpe LJ, Brown AJ. Controlling cholesterol synthesis beyond 3-hydroxy-3-methylglutaryl-CoA reductase (HMGCR). J Biol Chem 2013 · PubMed 23696639
  4. Guerra RM, Pagliarini DJ. Coenzyme Q biochemistry and biosynthesis. Trends Biochem Sci 2023 · PubMed 36702698
  5. Horton JD, Goldstein JL, Brown MS. SREBPs: activators of the complete program of cholesterol and fatty acid synthesis in the liver. J Clin Invest 2002 · PubMed 11994399
  6. Nawarskas JJ. HMG-CoA reductase inhibitors and coenzyme Q10. Cardiol Rev 2005 · PubMed 15705257
  7. US-Fachinformation (Vereinigte Staaten): Simvastatin Tablets, DailyMed, Fassung vom 25.08.2026, Abschnitte 12.1 Mechanism of Action, 12.2 Pharmacodynamics und 12.3 Pharmacokinetics · Fachinformation
  8. US-Fachinformation (Vereinigte Staaten): Simvastatin Tablets, DailyMed, Fassung vom 25.08.2026, Abschnitte 6.1 Clinical Trials Experience und 6.2 Postmarketing Experience · Fachinformation

Stand 2026-09-25. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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