Natrium und Kalium: der Weg im Körper
Diese Seite zeigt den biochemischen Weg hinter dem Laborwert Natrium (intrazellulär), Kalium (intrazellulär): welche Stationen aufeinander folgen, welche Enzyme den Schritt machen und welche Cofaktoren sie dafür brauchen. Jede Aussage hat eine Quelle. Die Seite beschreibt allgemeines Lehrbuchwissen und sagt nichts über einen einzelnen Menschen.
Kurz erklärt
Natrium und Kalium sind geladene Mineralstoffe: Natrium überwiegt außerhalb der Zellen, Kalium innerhalb. Die Natrium-Kalium-Pumpe hält dieses Gefälle aufrecht; es trägt Nervenimpulse und den Transport von Nährstoffen.
10 Stationen · 5 QuellenGrafik seitlich wischen
Der Weg Schritt für Schritt
- Natrium und Kalium → Aufnahme im Darm NHE3, Kanäle Natrium tritt über Kanäle und Austauscher wie NHE3 in die Darmzellen; Wasser folgt ihm nach. Kalium gelangt überwiegend zwischen den Zellen hindurch ins Blut. Quelle 3, 2
- Aufnahme im Darm → Im Blutplasma Im Raum außerhalb der Zellen ist Natrium das häufigste positiv geladene Teilchen. Kalium kommt dort nur in kleiner Menge vor. Quelle 1, 2
- Im Blutplasma → Niere · Aldosteron Die Niere filtert beide Ionen und holt Natrium zum größten Teil zurück; Kalium wird im Sammelrohr abgegeben. Das Hormon Aldosteron steuert beide Vorgänge. Quelle 2
- Natrium-Kalium-Pumpe → Kalium in der Zelle · ATP, Magnesium Durch die Pumparbeit liegt fast das gesamte Kalium des Körpers innerhalb der Zellen, vor allem in Muskelzellen. Quelle 1, 2
- Natrium-Kalium-Pumpe → Natrium außen Natrium wird laufend nach außen befördert. So bleibt ein Gefälle bestehen: außen viel Natrium, innen wenig. Quelle 1
- Kalium in der Zelle → Ruhespannung Kalium-Kanäle Kalium strömt über Kanäle langsam nach außen. Weil dabei Ladung getrennt wird, ist die Zelle innen negativ geladen. Diesen Zustand nennt man Ruhespannung. Quelle 1
- Ruhespannung → Erregung Natrium-Kanäle Öffnen sich Natriumkanäle, strömt Natrium schlagartig ein und kehrt die Spannung um. So entstehen Nervenimpulse und der Anstoß zur Muskelbewegung. Quelle 1
- Natrium außen → Transport mit Natrium SGLT und andere Das Natriumgefälle treibt weitere Transporter an. SGLT zieht Glukose gemeinsam mit Natrium in die Zelle; andere Träger befördern auf demselben Weg Aminosäuren. Quelle 4
Cofaktoren dieses Weges
- ATP — Energiequelle der Natrium-Kalium-Pumpe, die bei jedem Zyklus ein ATP spaltet Quelle 1
- Magnesium — Bildet mit ATP den Komplex, den die Natrium-Kalium-Pumpe umsetzt Quelle 1Im ORY-Katalog als Laborwert: Magnesium
- Chlorid — Wird im Dünndarm zusammen mit Natrium aufgenommen, über parallele Austauscher Quelle 3
- Hydrogencarbonat — Wird im Dünndarm gegen Chlorid getauscht, parallel zum Natrium-Protonen-Tausch über NHE3 Quelle 3
- Glukose — Wird vom Transporter SGLT gemeinsam mit Natrium in die Zelle gezogen Quelle 4
Was auf diesen Weg einwirkt
- Spironolacton — Spironolacton besetzt den Aldosteron-Empfänger in der Niere. Dadurch wird dort weniger Natrium zurückgeholt und weniger Kalium abgegeben. Die Fachinformation beschreibt diesen Mechanismus. Quelle 5
Quellen
- Clausen MV, Hilbers F, Poulsen H. The Structure and Function of the Na,K-ATPase Isoforms in Health and Disease. Front Physiol 2017 · PubMed 28634454
- Palmer BF. Regulation of Potassium Homeostasis. Clin J Am Soc Nephrol 2015 · PubMed 24721891
- Kato A, Romero MF. Regulation of electroneutral NaCl absorption by the small intestine. Annu Rev Physiol 2011 · PubMed 21054167
- Wright EM, Loo DD, Hirayama BA. Biology of human sodium glucose transporters. Physiol Rev 2011 · PubMed 21527736
- US-Fachinformation Aldactone (Spironolacton, DailyMed), Abschnitt 12.1 Mechanism of Action · Fachinformation
Stand 2026-09-16. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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