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Virusreaktivierung EBV, CMV, VZV (ELISpot): der Weg im Körper

Virusreaktivierung EBV, CMV, VZV (ELISpot) ist Teil des Weges „Herpesviren: Latenz und Reaktivierung“. Diese Seite zeigt den ganzen Weg; die Station von Virusreaktivierung EBV, CMV, VZV (ELISpot) ist hervorgehoben.

Hier steht dieser Laborwert: Fleck im ELISpot — eine antwortende Zelle. Im ELISpot werden Blutzellen mit Virus-Eiweißen angeregt. Jede T-Zelle, die Interferon-γ abgibt, hinterlässt auf dem Boden der Platte einen Fleck, der gezählt wird. Quelle 7

Kurz erklärt

EBV, CMV und VZV sind Herpesviren, die nach der Erstinfektion lebenslang in ruhender Form in bestimmten Zellen bleiben. Werden sie wieder aktiv, erkennen virusspezifische T-Zellen ihre Eiweiße, beseitigen befallene Zellen und geben Interferon-γ ab.

10 Stationen · 7 Quellen
ORYLatenz und ReaktivierungAntwort der T-ZellenMHC-MolekülePerforin, GranzymFängerantikörpererkanntErstinfektionjedes Virus für sichEBVruht in B-GedächtniszellenCMVruht in Monozyten-VorläufernVZVruht in NervenknotenReaktivierungVirus bildet wieder EiweißeVirus-Eiweißeauf MHC-Molekülen gezeigtVirusspezifische T-Zelleerkennt das BruchstückZelle wird beseitigtdurch Perforin und GranzymInterferon-γBotenstoff der T-ZelleFleck im ELISpoteine antwortende Zelle

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Der Weg Schritt für Schritt

An jeder Station steht, was der Stoff dort tut. Drei Zeichen: ↑ liefert — baut auf oder stellt bereit · ↓ zehrt — hemmt, verbraucht oder entzieht · ↕ beides, je nach Menge. Dahinter steht, worauf die Aussage beruht: gesicherte Physiologie, in Studien beobachtet oder umstritten. Die Zeichen bewerten nicht; sie benennen die Richtung.

  1. Erstinfektion → EBV Das Epstein-Barr-Virus gelangt über den Speichel in den Rachen und befällt B-Zellen. In ruhenden B-Gedächtniszellen bleibt sein Erbgut lebenslang erhalten. Quelle 2↕ beides, je nach Menge In ruhenden B-Gedächtniszellen bildet EBV fast keine Eiweiße und bleibt so für T-Zellen unsichtbar; teilt sich die Zelle, wird das Virus-Erbgut mitkopiert. gesicherte Physiologie Quelle 2
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Tragen viele B-Zellen das Virus, gibt es mehr Ausgangspunkte für eine Reaktivierung, und die T-Zellen haben mehr zu überwachen.

    zu wenig — Tragen wenige B-Zellen das Virus, bleibt die Zahl ruhender Viren klein und stabil.

    gesicherte Physiologie · Quelle 2, 5

  2. Erstinfektion → CMV Das Zytomegalievirus ruht in Vorläuferzellen im Knochenmark und in Monozyten. Erst wenn diese zu Fresszellen im Gewebe ausreifen, kann es wieder aktiv werden. Quelle 3↕ beides, je nach Menge In den Vorläuferzellen schweigen die meisten Virusgene; die Reifung der Wirtszelle schaltet sie wieder an, sodass die Reaktivierung an die Entwicklung der Zelle gekoppelt ist. gesicherte Physiologie Quelle 3
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Reifen viele infizierte Monozyten zu Fresszellen aus, etwa bei Entzündungen, entstehen mehr Gelegenheiten zur Reaktivierung.

    zu wenig — Bleiben die Zellen unreif, bleibt das Virus stumm.

    gesicherte Physiologie · Quelle 3

  3. Erstinfektion → VZV Das Varizella-Zoster-Virus wandert nach der Erstinfektion entlang der Nerven in die Nervenknoten neben Rückenmark und Hirnnerven und ruht dort in Nervenzellen. Quelle 4↕ beides, je nach Menge In den Nervenzellen bildet VZV kaum Eiweiße; T-Zellen, die das Virus erkennen, halten diesen Ruhezustand mit aufrecht. gesicherte Physiologie Quelle 4, 6
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Wird VZV in einem Nervenknoten aktiv, wandert es entlang des Nervs zur Haut des zugehörigen Hautabschnitts.

    zu wenig — Bleiben die VZV-spezifischen T-Zellen zahlreich, bleibt das Virus in den Nervenknoten stumm.

    gesicherte Physiologie · Quelle 4, 6

  4. EBV → Reaktivierung Lässt die Kontrolle durch T-Zellen nach oder wird die Wirtszelle aktiviert, schalten die Viren ihre Vermehrungsgene wieder an. Quelle 1↓ zehrt Bei der Reaktivierung bildet das Virus wieder Eiweiße und neue Viren; die Zelle wird dabei meist zerstört, und Viren gelangen in Speichel, Blut oder Haut. gesicherte Physiologie Quelle 1
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Kommt es häufig zu Reaktivierungen, werden virusspezifische T-Zellen immer wieder angeregt und vermehren sich.

    zu wenig — Bleiben Reaktivierungen selten, ruht der größte Teil der T-Zellen als Gedächtniszellen.

    gesicherte Physiologie · Quelle 1, 5

  5. CMV → Reaktivierung Lässt die Kontrolle durch T-Zellen nach oder wird die Wirtszelle aktiviert, schalten die Viren ihre Vermehrungsgene wieder an. Quelle 1↓ zehrt Bei der Reaktivierung bildet das Virus wieder Eiweiße und neue Viren; die Zelle wird dabei meist zerstört, und Viren gelangen in Speichel, Blut oder Haut. gesicherte Physiologie Quelle 1
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Kommt es häufig zu Reaktivierungen, werden virusspezifische T-Zellen immer wieder angeregt und vermehren sich.

    zu wenig — Bleiben Reaktivierungen selten, ruht der größte Teil der T-Zellen als Gedächtniszellen.

    gesicherte Physiologie · Quelle 1, 5

  6. VZV → Reaktivierung Lässt die Kontrolle durch T-Zellen nach oder wird die Wirtszelle aktiviert, schalten die Viren ihre Vermehrungsgene wieder an. Quelle 1↓ zehrt Bei der Reaktivierung bildet das Virus wieder Eiweiße und neue Viren; die Zelle wird dabei meist zerstört, und Viren gelangen in Speichel, Blut oder Haut. gesicherte Physiologie Quelle 1
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Kommt es häufig zu Reaktivierungen, werden virusspezifische T-Zellen immer wieder angeregt und vermehren sich.

    zu wenig — Bleiben Reaktivierungen selten, ruht der größte Teil der T-Zellen als Gedächtniszellen.

    gesicherte Physiologie · Quelle 1, 5

  7. Reaktivierung → Virus-Eiweiße · MHC-Moleküle Die Zelle zerlegt Virus-Eiweiße in Bruchstücke und zeigt sie auf MHC-Molekülen an ihrer Oberfläche. So wird sie für T-Zellen erkennbar. Quelle 5↑ liefert Die gezeigten Bruchstücke sind das Signal, an dem T-Zellen eine infizierte Zelle erkennen; Herpesviren besitzen Gene, die diese Anzeige bremsen. gesicherte Physiologie Quelle 5
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Zeigt eine Zelle viele Virus-Bruchstücke, erkennen sie mehr T-Zellen und schneller.

    zu wenig — Zeigt sie wenige, etwa weil Virusgene die Anzeige bremsen, bleibt die infizierte Zelle länger unerkannt.

    gesicherte Physiologie · Quelle 5

  8. Virusspezifische T-Zelle → Interferon-γ Aktivierte T-Zellen geben Interferon-γ ab. Es versetzt umliegende Zellen in Abwehrbereitschaft. Quelle 5, 7↕ beides, je nach Menge Interferon-γ hemmt in Nachbarzellen die Vermehrung von Viren und verstärkt die Anzeige von Bruchstücken auf MHC-Molekülen; in großer Menge treibt es Entzündung an. gesicherte Physiologie Quelle 5
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Wird viel Interferon-γ abgegeben, werden mehr Fresszellen aktiviert, und die Entzündung im Gewebe nimmt zu.

    zu wenig — Wird wenig abgegeben, zeigen Nachbarzellen weniger Bruchstücke, und die Vermehrung der Viren wird schwächer gebremst.

    gesicherte Physiologie · Quelle 5

  9. Virusspezifische T-Zelle → Zelle wird beseitigt · Perforin, Granzym Zytotoxische T-Zellen geben Perforin und Granzyme an die infizierte Zelle ab. Die Zelle stirbt, bevor neue Viren freigesetzt werden. Quelle 5↓ zehrt Die Beseitigung infizierter Zellen entzieht dem Virus seine Vermehrungsorte und beendet so eine Reaktivierung. gesicherte Physiologie Quelle 5
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Werden viele infizierte Zellen beseitigt, endet die Reaktivierung rasch.

    zu wenig — Werden wenige beseitigt, vermehrt sich das Virus länger und verbreitet sich weiter.

    gesicherte Physiologie · Quelle 5

  10. Interferon-γ → Fleck im ELISpot · Fängerantikörper Im ELISpot werden Blutzellen mit Virus-Eiweißen angeregt. Jede T-Zelle, die Interferon-γ abgibt, hinterlässt auf dem Boden der Platte einen Fleck, der gezählt wird. Quelle 7↑ liefert Die Zahl der Flecken gibt an, wie viele Zellen in der Probe auf das jeweilige Virus antworten. gesicherte Physiologie Quelle 7
    ⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt

    zu viel — Viele Flecken zeigen viele antwortende T-Zellen; ob sie aus einer laufenden Reaktivierung oder aus dem Gedächtnis früherer Kontakte stammen, unterscheidet der Test allein nicht.

    zu wenig — Wenige Flecken zeigen wenige antwortende Zellen; das kann an fehlendem Kontakt mit dem Virus oder an gedämpften T-Zellen liegen.

    umstritten · Quelle 7, 5

Weitere Stationen

Cofaktoren dieses Weges

Quellen

  1. Cohen JI. Herpesvirus latency. J Clin Invest 2020 · PubMed 32364538
  2. Thorley-Lawson DA. EBV Persistence--Introducing the Virus. Curr Top Microbiol Immunol 2015 · PubMed 26424647
  3. Sinclair J, Sissons P. Latency and reactivation of human cytomegalovirus. J Gen Virol 2006 · PubMed 16760381
  4. Gershon AA, Breuer J, Cohen JI et al. Varicella zoster virus infection. Nat Rev Dis Primers 2015 · PubMed 27188665
  5. Taylor GS, Long HM, Brooks JM et al. The immunology of Epstein-Barr virus-induced disease. Annu Rev Immunol 2015 · PubMed 25706097
  6. Laing KJ, Ouwendijk WJD, Koelle DM, Verjans GMGM. Immunobiology of Varicella-Zoster Virus Infection. J Infect Dis 2018 · PubMed 30247598
  7. Slota M, Lim JB, Dang Y, Disis ML. ELISpot for measuring human immune responses to vaccines. Expert Rev Vaccines 2011 · PubMed 21434798

Ganzer Weg: Herpesviren: Latenz und Reaktivierung

Verwandte Wege

Stand 2026-10-05. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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