Pantoprazol: der Weg im Körper
Pantoprazol ist Teil des Weges „Pantoprazol“. Diese Seite zeigt den ganzen Weg; die Station von Pantoprazol ist hervorgehoben.
Hier steht dieser Laborwert: Pantoprazol — magensaftresistente Tablette. Pantoprazol wird als magensaftresistente Tablette geschluckt. Der Überzug hält den Wirkstoff im sauren Magen zusammen; die Fachinformation nennt das eine verzögert freisetzende Form. So gelangt er unverändert in den Dünndarm. Quelle 1, 9
Kurz erklärt
Pantoprazol ist ein Protonenpumpenhemmer. In der Belegzelle des Magens wird er in seine aktive Form umgebaut und blockiert dort die H⁺/K⁺-ATPase — das Enzym, das Wasserstoff-Ionen in den Magen befördert. Die Bindung ist dauerhaft: Die Zelle muss neue Pumpen bilden. Der pH steigt.
Worum es geht
Magensäure ist die Bedingung für drei Schritte, die mit Nährstoffen zu tun haben:
- Sie macht aus Pepsinogen das Enzym Pepsin. Nur Pepsin löst Vitamin B12 aus dem Eiweiß der Nahrung — ohne diesen Schritt bleibt B12 im Eiweiß gebunden.
- Sie hält Eisen(III) in Lösung. Nur gelöstes Eisen wird zu Eisen(II) umgesetzt, der Form, die der Darm über DMT1 aufnimmt.
- Sie löst Calciumsalze. Nur gelöstes Calcium tritt im Dünndarm weiter über.
Pantoprazol blockiert die Protonenpumpe der Belegzelle. Steigt der pH im Magen, fehlt diesen drei Schritten ihre Bedingung — jeder von ihnen läuft langsamer, jeder an seiner eigenen Stelle. Blockiert ist die Pumpe; die Schritte dahinter werden gebremst, nicht abgeschaltet.
Was das im Einzelfall bedeutet, hängt von vielen Dingen ab und gehört in ein Gespräch mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Heilpraktikerin.
Grafik seitlich wischen
Der Weg Schritt für Schritt
An jeder Station steht, was der Stoff dort tut. Drei Zeichen: ↑ liefert — baut auf oder stellt bereit · ↓ zehrt — hemmt, verbraucht oder entzieht · ↕ beides, je nach Menge. Dahinter steht, worauf die Aussage beruht: gesicherte Physiologie, in Studien beobachtet oder umstritten. Die Zeichen bewerten nicht; sie benennen die Richtung.
- Pantoprazol → Freisetzung im Dünndarm
Erst hinter dem Magen ist der pH höher. Dort löst sich der Überzug auf und gibt den Wirkstoff frei; die Aufnahme beginnt also erst nach dem Magen. So entgeht er dem vorzeitigen Umbau im Magen. Quelle 1, 9↑ liefert Erst im weniger sauren Dünndarm wird der Wirkstoff frei. So erreicht er unverändert die Darmwand, statt im Magen vorzeitig in die aktive Form überzugehen.
gesicherte Physiologie Quelle 1, 9
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Wird viel Wirkstoff frei, steigt der Spiegel im Blut rasch an und fällt danach innerhalb weniger Stunden wieder, weil die Leber ihn zügig abbaut.
zu wenig — Löst sich der Überzug verzögert oder wird wenig frei, steigt der Blutspiegel später und flacher an.
gesicherte Physiologie · Quelle 9
- Freisetzung im Dünndarm → Übertritt ins Blut
Der Wirkstoff tritt durch die Wand des Dünndarms ins Blut über und verteilt sich mit dem Blut im Körper. Die Leber baut ihn rasch ab, vor allem über CYP2C19. Quelle 1↑ liefert Im Blut ist Pantoprazol großteils an Eiweiße gebunden und nur kurz vorhanden; die Leber baut es vor allem über CYP2C19 ab. Die Wirkung hält länger an, weil die Bindung an die Pumpe dauerhaft ist.
gesicherte Physiologie Quelle 9, 1
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Liegt viel Wirkstoff im Blut vor, etwa wenn CYP2C19 langsam arbeitet, bleibt er länger verfügbar und erreicht mehr Pumpen in den Belegzellen.
zu wenig — Liegt wenig Wirkstoff im Blut vor, etwa weil CYP2C19 rasch abbaut, gelangt weniger in die Belegzellen, und mehr Pumpen bleiben frei.
gesicherte Physiologie · Quelle 9, 1
- Übertritt ins Blut → Belegzelle des Magens
Aus dem Blut gelangt der Wirkstoff in die Belegzellen (Parietalzellen) der Magenschleimhaut. Diese Zellen geben die Magensäure ab. Hier trifft er auf Säure und Pumpe zugleich. Quelle 1↑ liefert Nur in der Belegzelle findet Pantoprazol beides zugleich: die Säure für seinen Umbau und die Pumpe als Ziel. Deshalb wirkt es dort gezielt und kaum an anderen Zellen.
gesicherte Physiologie Quelle 1
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Ist die Belegzelle stark aktiv, sind viele Pumpen in die Membran des Canaliculus eingebaut, und mehr davon können gebunden werden.
zu wenig — Ruht die Belegzelle, liegen die meisten Pumpen in inneren Bläschen, es ist kaum sauer, und wenig Wirkstoff wird umgebaut; ruhende Pumpen bleiben unberührt.
gesicherte Physiologie · Quelle 1, 2
- Belegzelle des Magens → Saurer Canaliculus · schwache Base
Pantoprazol ist eine schwache Base und sammelt sich im Canaliculus an, dem sauren Kanal der Belegzelle, in den die Säure abgegeben wird. So reichert er sich dort an, wo die Pumpe arbeitet. Quelle 1, 3↑ liefert Als schwache Base nimmt Pantoprazol im Sauren ein Proton auf und kann die Membran dann kaum noch verlassen. So reichert es sich genau dort an, wo die Pumpe arbeitet.
gesicherte Physiologie Quelle 1, 3
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Sammelt sich viel Wirkstoff im Canaliculus, entsteht dort viel Sulfenamid, und ein größerer Teil der aktiven Pumpen wird gebunden.
zu wenig — Sammelt sich wenig an, weil der Canaliculus kaum sauer ist, wird wenig umgebaut; der Wirkstoff tritt wieder aus und wird abgebaut.
gesicherte Physiologie · Quelle 1, 3
- H⁺ in der Belegzelle → H⁺ im Magenlumen H⁺/K⁺-ATPase · K⁺ im Austausch, Mg-ATP
Die H⁺/K⁺-ATPase tauscht ein H⁺ aus der Zelle gegen ein K⁺ von außen. Sie spaltet dafür ATP und arbeitet als P-Typ-ATPase mit Magnesium. Ist sie gebunden, gelangt weniger Säure in den Magen. Quelle 2↑ liefert Die abgegebenen H⁺ bilden die Salzsäure des Magens. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Pepsin entsteht, Eisen(III) gelöst bleibt und sich Calciumsalze lösen.
gesicherte Physiologie Quelle 2, 4, 6, 8
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Arbeiten viele Pumpen, sammelt sich viel Säure im Magen, und der pH sinkt tief.
zu wenig — Arbeiten wenige Pumpen, gelangt wenig Säure in den Magen; nachgebildete Pumpen stellen die Abgabe nach und nach wieder her.
gesicherte Physiologie · Quelle 1, 2
- H⁺ im Magenlumen → pH im Magenlumen
Die abgegebenen H⁺-Ionen machen den Mageninhalt sauer. Ist ein Teil der Pumpen blockiert, gelangen weniger H⁺ ins Lumen und der pH steigt. Die Schritte dahinter laufen dann langsamer. Quelle 1, 2↑ liefert Der pH ist die Stellgröße: Je saurer, desto schneller entsteht Pepsin und desto mehr Eisen(III) und Calcium bleiben gelöst. Steigt er, laufen diese Schritte langsamer, abgeschaltet werden sie nicht.
gesicherte Physiologie Quelle 4, 6, 8
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Ist der Mageninhalt sehr sauer, entsteht Pepsin rasch, und Eisen- und Calciumsalze lösen sich weitgehend.
zu wenig — Ist wenig Magensäure vorhanden und der pH hoch, bleibt mehr Pepsinogen untätig, und mehr Eisen(III) und Calciumcarbonat bleiben ungelöst.
gesicherte Physiologie · Quelle 4, 6, 8
- Pepsinogen → Pepsin · saurer pH
Bei saurem pH klappt Pepsinogen sich selbst auf und wird zu Pepsin. Dieser Schritt hängt am pH: Steigt er, entsteht weniger Pepsin — und ohne Pepsin bleibt Vitamin B12 im Nahrungseiweiß gebunden. Es arbeitet nur im Sauren. Quelle 4↑ liefert Pepsin spaltet Nahrungseiweiß in kürzere Stücke und setzt dabei gebundenes Vitamin B12 frei. Es arbeitet nur im Sauren; steigt der pH, wird es untätig.
gesicherte Physiologie Quelle 4, 5
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Ist viel Pepsin tätig, wird Eiweiß rasch zerlegt, und das freigesetzte Vitamin B12 bindet im Magen an Haptocorrin.
zu wenig — Ist wenig Pepsin tätig, weil wenig Magensäure vorhanden ist, bleibt mehr Vitamin B12 im Nahrungseiweiß gebunden und erreicht seine Transportproteine nicht.
gesicherte Physiologie · Quelle 4, 5
- Pepsin → Freies Vitamin B12 Pepsin
Säure und Pepsin lösen Vitamin B12 aus dem Eiweiß der Nahrung. Erst danach kann es an die Transportproteine des Körpers binden. Danach braucht es den Intrinsic Factor. Quelle 5↑ liefert Freies Vitamin B12 bindet zuerst an Haptocorrin, im Dünndarm dann an den Intrinsic Factor. Nur in dieser Verbindung nimmt der Krummdarm es über den Cubam-Rezeptor auf.
gesicherte Physiologie Quelle 5
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Wird viel Vitamin B12 frei, wird es über den Intrinsic Factor aufgenommen, bis dessen Bindestellen besetzt sind; der Rest bleibt größtenteils im Darm.
zu wenig — Wird wenig Vitamin B12 frei, erreicht wenig davon den Intrinsic Factor, und über den Krummdarm gelangt weniger ins Blut; die Leber hält einen Vorrat, der lange reicht.
gesicherte Physiologie · Quelle 5
- Eisen(III) aus Nahrung → Eisen(II) Dcytb · Ascorbat
Die Ferrireduktase Dcytb an der Darmzelle setzt dreiwertiges Eisen zu zweiwertigem um. Ascorbat liefert dafür die Elektronen. Nur diese Form kann DMT1 befördern. Quelle 7↑ liefert Dcytb macht aus Eisen(III) die Form, die DMT1 befördern kann; Ascorbat liefert die Elektronen. Ohne diesen Schritt bleibt dreiwertiges Eisen außen vor.
gesicherte Physiologie Quelle 7
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Entsteht viel Eisen(II), nimmt DMT1 mehr auf, bis die Darmzelle über ihre Regler die Bildung von DMT1 und Dcytb drosselt.
zu wenig — Entsteht wenig Eisen(II), etwa weil wenig Ascorbat oder wenig gelöstes Eisen(III) vorliegt, erhält DMT1 wenig, das es befördern kann.
gesicherte Physiologie · Quelle 7, 6
- Eisen(II) → Eisen in der Darmzelle DMT1 · H⁺
Der Transporter DMT1 befördert nur zweiwertiges Eisen und nimmt es zusammen mit einem H⁺ in die Darmzelle auf. Die Darmzelle passt die Zahl der Transporter an. Quelle 6↑ liefert DMT1 nutzt das H⁺-Gefälle an der Darmzelle als Antrieb und befördert Eisen(II) zusammen mit einem H⁺. Auch hier trägt ein saures Milieu an der Oberfläche den Schritt.
gesicherte Physiologie Quelle 6
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Gelangt viel Eisen in die Darmzelle, bildet sie weniger DMT1 und Dcytb und nimmt weniger nach.
zu wenig — Gelangt wenig Eisen in die Darmzelle, bildet sie mehr DMT1 und Dcytb und schöpft das vorhandene Eisen gründlicher aus.
gesicherte Physiologie · Quelle 7, 6
- Calciumsalze → Gelöstes Calcium · saurer pH
Saurer Magensaft löst das Salz auf. Nur das gelöste Calcium tritt danach im Dünndarm über. Steigt der pH, löst sich weniger — bei Carbonat stärker als bei Citrat. Es passiert dann die Darmwand. Quelle 8↑ liefert Gelöstes Calcium ist die Form, die die Darmwand passiert. Wie viel davon aus Calciumcarbonat entsteht, bestimmt der Säuregehalt des Magens mit.
gesicherte Physiologie Quelle 8
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Liegt viel gelöstes Calcium vor, tritt mehr davon im Dünndarm über, bis die Transportwege der Darmwand ausgelastet sind.
zu wenig — Liegt wenig gelöstes Calcium vor, tritt weniger über. Wie stark ein hoher Magen-pH das Lösen von Carbonat bremst, hängt in Studien vom übrigen Mageninhalt ab.
in Studien beobachtet · Quelle 8
Weitere Stationen
- Pantoprazol — magensaftresistente Tablette
Pantoprazol wird als magensaftresistente Tablette geschluckt. Der Überzug hält den Wirkstoff im sauren Magen zusammen; die Fachinformation nennt das eine verzögert freisetzende Form. So gelangt er unverändert in den Dünndarm. Quelle 1, 9↑ liefert Der Überzug bewahrt den säureempfindlichen Wirkstoff vor dem Magensaft. Ohne ihn würde Pantoprazol schon im Mageninhalt umgebaut und gelangte nicht unverändert in den Dünndarm.
gesicherte Physiologie Quelle 1, 9
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Liegt viel Wirkstoff vor, wird ein größerer Teil der gerade aktiven Pumpen gebunden; ruhende Pumpen erfasst er dabei nicht.
zu wenig — Liegt wenig Wirkstoff vor, wird nur ein Teil der aktiven Pumpen gebunden, und die übrigen geben weiter Säure ab.
gesicherte Physiologie · Quelle 1
- Sulfenamid — aktive Form, nur im Sauren
Im sauren Canaliculus lagert sich Pantoprazol zu einem Sulfenamid um. Diese aktive Form entsteht nur dort und bindet fest an Schwefel-Wasserstoff-Gruppen (SH-Gruppen) der Pumpe — die Bindung ist dauerhaft. Erst neu gebildete Pumpen geben wieder Säure ab. Quelle 1, 3↓ zehrt Das Sulfenamid bindet über Disulfidbrücken an Cysteine der Pumpe, bei Pantoprazol auch an eines tief in der Membran. Die gebundene Pumpe befördert kein H⁺ mehr.
gesicherte Physiologie Quelle 3, 1
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Entsteht viel Sulfenamid, sind mehr Pumpen dauerhaft gebunden; die Säureabgabe kehrt erst zurück, wenn die Zelle neue Pumpen gebildet hat.
zu wenig — Entsteht wenig Sulfenamid, bleiben viele Pumpen frei, und neu gebildete Pumpen stellen die Säureabgabe rasch wieder her.
gesicherte Physiologie · Quelle 1, 3
- H⁺ in der Belegzelle — Ausgangspunkt der Säure
In der Belegzelle liegen Wasserstoff-Ionen (H⁺) bereit. Sie sind der Baustein der Magensäure und werden aus der Zelle heraus befördert. Die Pumpe befördert sie gegen ein steiles Gefälle. Quelle 2↑ liefert Die Wasserstoff-Ionen sind der Rohstoff der Säure. Die Pumpe befördert sie gegen ein sehr steiles Gefälle aus der Zelle und verbraucht dafür ATP.
gesicherte Physiologie Quelle 2
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Liegen viele H⁺ bereit und arbeiten die Pumpen frei, wird viel Säure abgegeben, und der Mageninhalt wird stark sauer.
zu wenig — Gelangen wenig H⁺ aus der Zelle, weil die Pumpen gebunden sind, wird wenig Säure abgegeben, und der pH im Magen bleibt höher.
gesicherte Physiologie · Quelle 2, 1
- Pepsinogen — Vorstufe aus den Hauptzellen
Die Hauptzellen des Magens geben Pepsinogen ab, die untätige Vorstufe des eiweißspaltenden Enzyms Pepsin. Pepsin aktiviert weiteres Pepsinogen. Quelle 4↑ liefert Pepsinogen ist ein Vorrat: Erst Säure entfernt die Vorsequenz, und das entstehende Pepsin aktiviert weiteres Pepsinogen. So wird das Enzym nur im sauren Magen tätig.
gesicherte Physiologie Quelle 4
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Liegt viel Pepsinogen bei saurem pH vor, entsteht viel Pepsin, und Nahrungseiweiß wird schon im Magen weitgehend angespalten.
zu wenig — Liegt wenig Pepsinogen vor, entsteht auch bei saurem pH wenig Pepsin, und Nahrungseiweiß wird im Magen kaum angespalten.
gesicherte Physiologie · Quelle 4
- Eisen(III) aus Nahrung — dreiwertiges Eisen
Pflanzliche Nahrung enthält Eisen meist in dreiwertiger Form. Im sauren Milieu bleibt es gelöst und erreicht so die Schleimhaut des Zwölffingerdarms. Bei höherem pH fällt es leichter aus. Quelle 6↑ liefert Gelöstes Eisen(III) ist die Vorstufe für die Aufnahme. Im sauren Milieu bleibt es in Lösung, bei höherem pH bildet es schwer lösliche Verbindungen.
gesicherte Physiologie Quelle 6
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Liegt viel gelöstes Eisen(III) vor, kann Dcytb mehr davon umsetzen; wie viel die Darmzelle tatsächlich aufnimmt, regelt sie über DMT1 nach dem Bedarf des Körpers.
zu wenig — Ist wenig Magensäure vorhanden, fällt mehr Eisen(III) bei höherem pH als schwer lösliche Verbindung aus und erreicht die Schleimhaut nicht in aufnehmbarer Form.
gesicherte Physiologie · Quelle 6, 7
- Calciumsalze — aus der Nahrung
Calcium liegt in der Nahrung als Salz vor, meist als Carbonat. Ein Salz tritt nicht als Ganzes über — es muss sich vorher lösen. Carbonat braucht dafür Säure, Citrat kaum. Quelle 8↑ liefert Calciumsalze sind die Ausgangsform; wie gut sie sich lösen, hängt vom Salz und vom pH ab. Carbonat braucht Säure, Citrat löst sich auch bei höherem pH.
gesicherte Physiologie Quelle 8
⚖ Wenn das Gleichgewicht kippt
zu viel — Liegt viel Calciumcarbonat vor, verbraucht sein Lösen einen Teil der Magensäure, und der pH im Magen steigt vorübergehend.
zu wenig — Liegt wenig Calciumsalz vor, steht auch wenig gelöstes Calcium für den Übertritt im Dünndarm bereit.
gesicherte Physiologie · Quelle 8
Was saures Milieu braucht
- Vitamin B12 — Nur Pepsin löst Vitamin B12 aus dem Nahrungseiweiß; Pepsin entsteht nur bei saurem pH; danach bindet Haptocorrin Quelle 4, 5
- Eisen — DMT1 befördert nur zweiwertiges Eisen; ohne saures Milieu bleibt Eisen(III) nicht in Lösung; daher braucht es Säure Quelle 6
- Calcium — Nur gelöstes Calcium tritt im Dünndarm über; Calciumsalze lösen sich im sauren Magen Quelle 8
Was an diesen Schritten beteiligt ist
- Kalium — Die H⁺/K⁺-ATPase tauscht H⁺ aus der Belegzelle gegen K⁺ aus dem Canaliculus; ohne K⁺ kein Austausch Quelle 2
- Magnesium — Die Protonenpumpe spaltet ATP als Magnesium-Komplex; als P-Typ-ATPase arbeitet sie nur mit Mg²⁺ Quelle 2
- Vitamin C (Ascorbinsäure) — Ascorbat liefert der Ferrireduktase Dcytb die Elektronen, die Eisen(III) zu Eisen(II) umsetzen; für DMT1 Quelle 7
Was die Fachinformation nennt
Neun Studien in den Vereinigten Staaten mit 1.473 Erwachsenen, die Pantoprazol erhielten, 345 mit einem Vergleichspräparat und 82 mit einem Scheinpräparat. Aufgeführt sind die Reaktionen, die bei mehr als 2 von 100 Teilnehmern auftraten. Die Zahlen gelten für diese Studien.
So liest sich die Tabelle: Entscheidend ist nicht die einzelne Zahl, sondern der Vergleich in der Zeile. Übelkeit trat unter dem Scheinpräparat häufiger auf als unter Pantoprazol; Kopfschmerz etwa gleich oft wie unter den Vergleichspräparaten.
| Pantoprazol (1.473) | Vergleich (345) | Scheinpräparat (82) | |
|---|---|---|---|
| Kopfschmerz | 12,2 % | 12,8 % | 8,5 % |
| Durchfall | 8,8 % | 9,6 % | 4,9 % |
| Übelkeit | 7,0 % | 5,2 % | 9,8 % |
| Bauchschmerz | 6,2 % | 4,1 % | 6,1 % |
| Erbrechen | 4,3 % | 3,5 % | 2,4 % |
| Blähungen | 3,9 % | 2,9 % | 3,7 % |
| Schwindel | 3,0 % | 2,9 % | 1,2 % |
| Gelenkschmerz | 2,8 % | 1,4 % | 1,2 % |
Nach der Zulassung wurden weitere Reaktionen gemeldet. Die Fachinformation weist ausdrücklich darauf hin, dass sich daraus weder eine Häufigkeit noch ein ursächlicher Zusammenhang ableiten lässt; deshalb stehen sie hier nicht als Liste.
Quellen
- Shin JM, Sachs G. Pharmacology of proton pump inhibitors. Curr Gastroenterol Rep 2008 · PubMed 19006606
- Shin JM, Munson K et al. The gastric HK-ATPase: structure, function, and inhibition. Pflugers Arch 2009 · PubMed 18536934
- Shin JM, Cho YM, Sachs G. Chemistry of covalent inhibition of the gastric (H+, K+)-ATPase by proton pump inhibitors. J Am Chem Soc 2004 · PubMed 15212527
- Kageyama T. Pepsinogens, progastricsins, and prochymosins: structure, function, evolution, and development. Cell Mol Life Sci 2002 · PubMed 11915945
- Nielsen MJ, Rasmussen MR et al. Vitamin B12 transport from food to the body's cells — a sophisticated, multistep pathway. Nat Rev Gastroenterol Hepatol 2012 · PubMed 22547309
- Mackenzie B, Garrick MD. Iron Imports. II. Iron uptake at the apical membrane in the intestine. Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol 2005 · PubMed 16286504
- Lane DJ, Bae DH et al. Duodenal cytochrome b (DCYTB) in iron metabolism: an update on function and regulation. Nutrients 2015 · PubMed 25835049
- Wood RJ, Serfaty-Lacrosniere C. Gastric acidity, atrophic gastritis, and calcium absorption. Nutr Rev 1992 · PubMed 1570081
- US-Fachinformation (Vereinigte Staaten): Pantoprazole Sodium Delayed-Release Tablets, DailyMed, Stand 28.08.2026, Abschnitte 12.1 Mechanism of Action und 12.3 Pharmacokinetics · Fachinformation
- US-Fachinformation (Vereinigte Staaten): Pantoprazole Sodium Delayed-Release Tablets, DailyMed, Fassung vom 14.09.2026, Abschnitte 6.1 Clinical Trials Experience und 6.2 Postmarketing Experience · Fachinformation
Stand 2026-09-23. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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