Glyphosat: der Weg im Körper
Diese Seite zeigt den biochemischen Weg der Substanz Glyphosat: wie sie in den Körper gelangt, welche Stationen sie durchläuft und welche Schritte sie berührt. Jede Aussage hat eine Quelle. Die Seite beschreibt allgemeines Lehrbuchwissen und sagt nichts über einen einzelnen Menschen.
Kurz erklärt
Glyphosat ist ein Herbizid und ein Abkömmling der Aminosäure Glycin. In Pflanzen und Bakterien besetzt es die PEP-Stelle der EPSP-Synthase im Shikimatweg, den menschliche Zellen nicht haben.
10 Stationen · 6 QuellenGrafik seitlich wischen
Der Weg Schritt für Schritt
- Glyphosat → AMPA Bodenbakterien Bakterien im Boden und in Pflanzen spalten von Glyphosat den Glycin-Teil ab. Dabei entsteht AMPA (Aminomethylphosphonsäure), das langsamer abgebaut wird. Quelle 6, 4
- Glyphosat → Aufnahme im Darm Nach dem Verschlucken nimmt der Darm nur einen kleinen Teil auf. Der übrige Anteil bleibt im Darminhalt und verlässt den Körper mit dem Stuhl. Quelle 3, 4
- Aufnahme im Darm → Im Blut Der aufgenommene Anteil verteilt sich mit dem Blut. Der Körper baut Glyphosat kaum um; es bleibt fast vollständig unverändert. Quelle 3
- Im Blut → Ausscheidung im Urin Glyphosat wird über die Nieren ausgeschieden und erscheint unverändert im Urin. Nach einmaliger Aufnahme ist es dort nur kurze Zeit nachweisbar. Quelle 3, 5
- Shikimat-3-phosphat → EPSP EPSP-Synthase · PEP Die EPSP-Synthase überträgt einen Enolpyruvyl-Rest von PEP auf Shikimat-3-phosphat; so entsteht EPSP. Quelle 1, 2
- EPSP → Chorismat Aus EPSP entsteht Chorismat. Es ist die Verzweigungsstelle, von der die Wege zu den aromatischen Aminosäuren abgehen. Quelle 2
- Chorismat → Aromatische Aminosäuren Über Chorismat bilden Pflanzen und Bakterien Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan. Menschen nehmen diese Aminosäuren mit der Nahrung auf. Quelle 2
Cofaktoren dieses Weges
- Phosphoenolpyruvat (PEP) — Zweites Substrat der EPSP-Synthase; Glyphosat besetzt dessen Bindestelle im Enzym Quelle 1, 2
- Shikimat-3-phosphat — Erstes Substrat der EPSP-Synthase im Shikimatweg Quelle 2
- Tryptophan — Aromatische Aminosäure am Ende des Shikimatwegs in Pflanzen und Bakterien Quelle 2Im ORY-Katalog als Laborwert: Tryptophan
- Tyrosin — Aromatische Aminosäure, die über Chorismat aus dem Shikimatweg hervorgeht Quelle 2Im ORY-Katalog als Laborwert: Tyrosin
- Phenylalanin — Aromatische Aminosäure, die über Chorismat aus dem Shikimatweg hervorgeht Quelle 2Im ORY-Katalog als Laborwert: Phenylalanin
- Glycin — Aminosäure, deren Grundgerüst Glyphosat als N-(Phosphonomethyl)glycin trägt Quelle 1Im ORY-Katalog als Laborwert: Glycin
Quellen
- Steinrücken HC, Amrhein N. The herbicide glyphosate is a potent inhibitor of 5-enolpyruvyl-shikimic acid-3-phosphate synthase. Biochem Biophys Res Commun 1980 · PubMed 7396959
- Pollegioni L, Schonbrunn E et al. Molecular basis of glyphosate resistance-different approaches through protein engineering. FEBS J 2011 · PubMed 21668647
- Anadón A, Martínez-Larrañaga MR et al. Toxicokinetics of glyphosate and its metabolite aminomethyl phosphonic acid in rats. Toxicol Lett 2009 · PubMed 19607892
- Connolly A, Coggins MA et al. Human Biomonitoring of Glyphosate Exposures: State-of-the-Art and Future Research Challenges. Toxics 2020 · PubMed 32824707
- Zoller O, Rhyn P et al. Urine glyphosate level as a quantitative biomarker of oral exposure. Int J Hyg Environ Health 2020 · PubMed 32305862
- Duke SO. Glyphosate degradation in glyphosate-resistant and -susceptible crops and weeds. J Agric Food Chem 2011 · PubMed 20919737
Stand 2026-09-18. Entwurf, von Claude nach Schema v2 geschrieben; Quellen in PubMed geprüft; fachliche Freigabe offen
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